Begriff und Bedeutung des Rechtsgeschäfts
Ein Rechtsgeschäft ist ein zentrales Element im Rechtssystem. Es beschreibt eine Handlung, durch die eine oder mehrere Personen rechtliche Folgen herbeiführen möchten. Das bedeutet, dass durch das bewusste Handeln bestimmte Rechte und Pflichten entstehen, verändert oder beendet werden können. Typische Beispiele für Rechtsgeschäfte sind Verträge wie Kaufverträge, Mietverträge oder Schenkungen.
Aufbau und Bestandteile eines Rechtsgeschäfts
Damit ein Rechtsgeschäft wirksam ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Willenserklärung. Eine Willenserklärung ist die Äußerung des Willens einer Person mit dem Ziel, eine rechtliche Wirkung zu erzielen.
Einseitige und mehrseitige Rechtsgeschäfte
Es gibt verschiedene Arten von Rechtsgeschäften:
- Einseitige Rechtsgeschäfte: Hier reicht die Erklärung einer einzelnen Person aus, um eine rechtliche Wirkung zu erzielen. Ein Beispiel dafür ist das Testament.
- Mehrseitige Rechtsgeschäfte: Diese erfordern mindestens zwei übereinstimmende Willenserklärungen. Der klassische Fall hierfür ist der Vertrag.
Anfechtung und Nichtigkeit von Rechtsgeschäften
Nicht jedes abgeschlossene Geschäft entfaltet automatisch seine beabsichtigte Wirkung. Unter bestimmten Umständen kann ein Geschäft angefochten werden – etwa bei Irrtum oder Täuschung – oder es kann von Anfang an unwirksam sein (Nichtigkeit), beispielsweise wenn gesetzliche Verbote missachtet wurden.
Bedeutung der Geschäftsfähigkeit beim Abschluss eines Rechtsgeschäfts
Die Fähigkeit, wirksame Geschäfte abzuschließen (Geschäftsfähigkeit), spielt eine wichtige Rolle beim Zustandekommen eines Geschäfts. Minderjährige sowie Menschen mit bestimmten Einschränkungen können nur eingeschränkt oder gar keine rechtswirksamen Geschäfte abschließen.
Formvorschriften für das Zustandekommen von Rechtsgeschäften
Für viele Geschäfte genügt es grundsätzlich, dass sich die Beteiligten mündlich einigen (formloses Geschäft). In manchen Fällen schreibt das Gesetz jedoch besondere Formen vor: So müssen einige Verträge schriftlich abgeschlossen werden; andere bedürfen sogar einer notariellen Beurkundung.
Zweck und Funktion des Rechtsgeschäfts im Alltag
Das Konzept des Geschäfts ermöglicht es Privatpersonen ebenso wie Unternehmen, ihre Angelegenheiten eigenständig zu regeln – sei es beim Kauf alltäglicher Dinge bis hin zur Übertragung großer Vermögenswerte wie Immobilien.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Rechtsgeschäft“
Was versteht man unter einem einseitigen Geschäftsabschluss?
Einen einseitigen Abschluss bezeichnet man dann als solches, wenn nur eine Person ihren Willen äußert und dadurch unmittelbar rechtliche Wirkungen eintreten.
Können Minderjährige gültige Geschäfte abschließen?
Minderjährige sind in ihrer Fähigkeit zum Abschluss rechtsgültiger Geschäfte eingeschränkt; sie benötigen in vielen Fällen die Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter.
Müssen alle Verträge schriftlich geschlossen werden?
Nicht alle Vereinbarungen erfordern Schriftform; viele können auch mündlich getroffen werden. Für bestimmte Arten gelten jedoch besondere Formvorschriften.
Kann man einen abgeschlossenen Vertrag wieder rückgängig machen?
Einen bereits geschlossenen Vertrag kann man unter bestimmten Voraussetzungen anfechten oder widerrufen; dies hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab.
Sind auch mündliche Absprachen verbindlich?
Mündliche Absprachen sind grundsätzlich verbindlich; Ausnahmen bestehen dort, wo ausdrücklich Schriftform vorgeschrieben wird.
Können mehrere Personen gemeinsam einen Vertrag schließen?
Zwei oder mehr Personen können gemeinsam einen Vertrag schließen; dabei müssen ihre Erklärungen aufeinander bezogen sein und übereinstimmen.