Begriff und Bedeutung des Führungszeugnisses
Das Führungszeugnis ist ein amtliches Dokument, das Auskunft über den Inhalt des Bundeszentralregisters in Bezug auf eine bestimmte Person gibt. Es dient dazu, festzustellen, ob eine Person vorbestraft ist oder nicht. Das Führungszeugnis wird häufig im Zusammenhang mit Bewerbungen für Arbeitsstellen, insbesondere im öffentlichen Dienst oder bei Tätigkeiten mit besonderer Verantwortung, verlangt.
Arten von Führungszeugnissen
Es existieren verschiedene Arten von Führungszeugnissen. Die gängigsten sind das private und das behördliche Führungszeugnis. Darüber hinaus gibt es spezielle Varianten für Personen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Privates Führungszeugnis
Das private Führungszeugnis wird direkt an die antragstellende Person ausgehändigt. Es wird meist benötigt, um es einem Arbeitgeber vorzulegen oder für andere private Zwecke zu verwenden.
Behördliches Führungszeugnis
Das behördliche Führungszeugnis wird direkt an eine Behörde gesendet. Dies kann beispielsweise erforderlich sein, wenn jemand eine Erlaubnis beantragt oder sich um ein öffentliches Amt bewirbt.
Erweitertes und europäisches Führungszeugnis
Für bestimmte Tätigkeiten – insbesondere solche mit Kontakt zu Minderjährigen – kann ein erweitertes Führungszeugnis verlangt werden. Dieses enthält zusätzliche Informationen über bestimmte Straftaten. Das europäische Führungszeugnis ermöglicht zudem die Berücksichtigung von Eintragungen aus anderen EU-Mitgliedstaaten.
Inhalt eines Führungszeugnisses
Im Regelfall enthält das Dokument Angaben zur Identität der betroffenen Person sowie Informationen darüber, ob strafrechtliche Verurteilungen vorliegen und welche Art diese haben. Nicht alle Eintragungen aus dem Bundeszentralregister erscheinen automatisch im Zeugnis; Bagatelldelikte können unter bestimmten Voraussetzungen unberücksichtigt bleiben.
Antragsverfahren für ein Führungszeugnis
Antragsberechtigung
Jede volljährige Person kann grundsätzlich selbst einen Antrag auf Ausstellung eines eigenen Zeugnisses stellen. Für Minderjährige erfolgt dies durch gesetzliche Vertreterinnen oder Vertreter.
Antragsweg
Der Antrag kann bei der zuständigen Meldebehörde gestellt werden; alternativ besteht auch die Möglichkeit einer Online-Beantragung über offizielle Portale der Verwaltung.
Sperrfristen und Löschung von Einträgen
Einträge im Bundeszentralregister unterliegen bestimmten Fristen bis zu ihrer Entfernung aus dem Register beziehungsweise ihrer Nichtaufnahme ins Zeugnis (Tilgungsverfahren). Die Dauer dieser Fristen hängt vom jeweiligen Delikt sowie weiteren Umständen ab wie etwa Wiederholungstaten oder besonderen gesetzlichen Regelungen zum Schutz bestimmter Berufsgruppen.
Bedeutung des Zeugnisses in verschiedenen Lebensbereichen
- Bewerbung: Viele Arbeitgeber verlangen dieses Dokument als Nachweis der Zuverlässigkeit.
- Ehrenamt: Insbesondere bei Tätigkeiten mit Kindern ist oft ein erweitertes Zeugnis erforderlich.
- Lizenzen/Erlaubnisse: Für manche gewerblichen Tätigkeiten muss ebenfalls nachgewiesen werden, dass keine relevanten Vorstrafen bestehen.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Führungszeugnis“ (FAQ)
Muss jede Verurteilung im Zeugnis erscheinen?
Nicht jede Verurteilung erscheint automatisch im Dokument: Kleinere Strafen können unter bestimmten Bedingungen unberücksichtigt bleiben.
Können auch Geldstrafen eingetragen sein?
Sowohl Freiheits- als auch Geldstrafen können aufgeführt werden – abhängig davon wie hoch sie ausgefallen sind und ob weitere Voraussetzungen erfüllt sind.
Darf jeder Einsicht in mein persönliches Zeugnisse nehmen?
Neben Behörden erhält nur die betroffene Person selbst Einsicht in ihr privates Exemplar; Dritte dürfen dieses nur sehen sofern es freiwillig vorgelegt wird.
Kann ich mein eigenes Zeugnisse jederzeit beantragen?
Einer Beantragung steht grundsätzlich nichts entgegen solange man volljährig ist beziehungsweise durch gesetzliche Vertretung handelt falls minderjährig.
Können frühere Einträge gelöscht werden?
Löschungen erfolgen nach Ablauf bestimmter Fristen automatisch sofern keine neuen relevanten Taten hinzukommen bzw. spezielle Regelungen greifen nicht mehr.
Müssen Arbeitgeber immer ein aktuelles Exemplar verlangen?
Zwar fordern viele Unternehmen aktuelle Nachweise, jedoch besteht keine allgemeine Verpflichtung zur Vorlage gegenüber jedem Arbeitgeber.
ISt das erweiterte Zeugnisse immer notwendig wenn ich mit Kindern arbeite?
Nicht zwangsläufig: Ob diese Variante gefordert wird hängt vom genauen Einsatzbereich ab.