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Unbefristeter Arbeitsvertrag

Begriff und Bedeutung des Unbefristeten Arbeitsvertrags

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die auf eine dauerhafte Zusammenarbeit ohne festgelegtes Enddatum abzielt. Im Gegensatz zu einem befristeten Arbeitsvertrag endet das Arbeitsverhältnis nicht automatisch nach einer bestimmten Zeit oder mit dem Eintritt eines bestimmten Ereignisses. Der unbefristete Vertrag stellt in Deutschland die häufigste Form der Beschäftigung dar.

Rechtliche Grundlagen und Zustandekommen

Der Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrags erfolgt durch übereinstimmende Willenserklärungen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein solcher Vertrag kann sowohl mündlich als auch schriftlich geschlossen werden, wobei aus Gründen der Beweisbarkeit meist die Schriftform gewählt wird. Der Inhalt des Vertrags regelt unter anderem Beginn des Arbeitsverhältnisses, Tätigkeitsbeschreibung, Vergütung sowie weitere Rechte und Pflichten beider Parteien.

Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Mit dem Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrags verpflichten sich beide Seiten zur Einhaltung bestimmter Pflichten: Der Arbeitgeber muss den vereinbarten Lohn zahlen, für sichere Arbeitsbedingungen sorgen sowie Urlaub gewähren. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich im Gegenzug zur Erbringung der vereinbarten Arbeitstätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen.

Kündigungsmöglichkeiten bei Unbefristeten Verträgen

Ein wesentliches Merkmal des unbefristeten Vertrags ist seine Flexibilität hinsichtlich der Beendigung: Das Beschäftigungsverhältnis kann durch ordentliche Kündigung seitens des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers beendet werden. Dabei sind gesetzliche oder vertraglich vereinbarte Kündigungsfristen einzuhalten. In besonderen Fällen besteht zudem die Möglichkeit einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung aus wichtigem Grund.

Kündigungsschutz im Überblick

Arbeitnehmer mit einem unbefristeten Vertrag genießen in vielen Fällen einen besonderen Schutz vor willkürlicher Entlassung. Dieser Schutz greift insbesondere dann, wenn das Unternehmen eine bestimmte Größe überschreitet oder das Beschäftigungsverhältnis bereits über einen längeren Zeitraum besteht. Eine Kündigung muss dann sozial gerechtfertigt sein; beispielsweise aufgrund betrieblicher Erfordernisse, personenbedingter Gründe oder Fehlverhaltens.

Unterschiede zum Befristeten Arbeitsvertrag

Im Gegensatz zum befristeten Vertrag endet ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis nicht automatisch zu einem festgelegten Zeitpunkt oder bei Eintritt eines bestimmten Ereignisses. Während beim befristeten Vertrag besondere Voraussetzungen für dessen Abschluss bestehen können, ist dies beim unbefristeten Vertrag nicht erforderlich – er gilt als Regelfall im deutschen Arbeitsrecht.

Bedeutung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

Für viele Menschen bietet ein unbefristeter Arbeitsplatz Planungssicherheit sowie bessere Möglichkeiten zur persönlichen Lebensgestaltung – etwa bei Kreditaufnahmen oder langfristigen Investitionen wie Immobilienerwerb.
Auch für Unternehmen bringt diese Vertragsform Vorteile: Sie ermöglicht es ihnen, qualifizierte Mitarbeitende dauerhaft an sich zu binden und so Know-how im Betrieb zu halten.
Allerdings gehen mit dieser Sicherheit auch Verpflichtungen einher – etwa hinsichtlich längerer Bindungsdauer an den Betrieb beziehungsweise an den Arbeitsplatz.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Unbefristeter Arbeitsvertrag (FAQ)

Was unterscheidet einen unbefristeten von einem befristeten Arbeitsvertrag?

Ein befristeter Vertrag läuft nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne automatisch aus; ein unbefristeter hingegen bleibt bestehen, bis er aktiv gekündigt wird.

Muss ein unbefristeter Vertrag immer schriftlich abgeschlossen werden?

Theoretisch kann auch mündlich ein wirksamer arbeitsrechtlicher Vertrag entstehen; jedoch empfiehlt sich aus Nachweisgründen stets die Schriftform.

Kann jeder bestehende befristete in einen unbefristeten umgewandelt werden?

Nicht jeder Fall führt automatisch zur Umwandlung; allerdings gibt es Konstellationen, in denen wiederholte Befrístungen rechtlich unwirksam sein können – dann entsteht oft stillschweigend ein dauerhaftes Verhältnis.

Darf während der Probezeit gekündigt werden?

Sowohl während als auch außerhalb einer Probezeit ist eine ordentliche Kündigung möglich; innerhalb dieser Frist gelten jedoch verkürzte Fristen.

Bietet der Unterschrift unter einen solchen Vertrag vollständige Jobsicherheit?

Trotz vieler Schutzmechanismen besteht keine absolute Garantie auf lebenslange Anstellung; betriebliche Veränderungen können dennoch zu rechtmäßigen Beendigungen führen.

Sind Änderungen am bestehenden Vertragsinhalt möglich?

Anpassungen sind grundsätzlich zulässig – sie bedürfen aber stets der Zustimmung aller beteiligten Parteien.