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Formkaufmann

Begriff und Bedeutung des Formkaufmanns

Der Begriff Formkaufmann bezeichnet im deutschen Handelsrecht Unternehmen, die aufgrund ihrer gewählten Rechtsform automatisch als Kaufleute gelten. Dies bedeutet, dass sie unabhängig von der Art oder dem Umfang ihrer Geschäftstätigkeit bestimmte Rechte und Pflichten nach dem Handelsgesetzbuch haben. Die Einordnung als Formkaufmann erfolgt nicht durch eine individuelle Prüfung der Geschäftstätigkeit, sondern allein durch die Wahl einer bestimmten Unternehmensform.

Rechtsformen des Formkaufmanns

Zu den typischen Rechtsformen, die als Formkaufleute gelten, zählen insbesondere Kapitalgesellschaften wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Aktiengesellschaft (AG), sowie weitere juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts. Auch eingetragene Genossenschaften fallen unter diese Regelung. Diese Unternehmen werden bereits mit ihrer Eintragung in das Handelsregister zu Kaufleuten.

Kriterien für den Status als Formkaufmann

Der Status eines Unternehmens als Formkaufmann hängt ausschließlich von seiner rechtlichen Organisationsform ab. Es ist unerheblich, ob das Unternehmen tatsächlich ein Handelsgewerbe betreibt oder welchen Umfang seine Geschäfte haben. Mit der Gründung und Eintragung einer entsprechenden Gesellschaftsform entsteht automatisch der Status des Kaufmanns im Sinne des Handelsrechts.

Abgrenzung zu anderen Kaufleuten

Neben dem Formkaufmann gibt es weitere Arten von Kaufleuten: Den Ist-Kaufmann (der aufgrund seines Gewerbebetriebs kaufmännisch tätig ist) sowie den Kann-Kaufmann (der sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lässt). Im Gegensatz dazu wird beim Formkaufmann keine Prüfung vorgenommen; allein die gewählte Rechtsform entscheidet über den kaufmännischen Status.

Rechtliche Folgen für den Formkaufmann

Anwendung handelsrechtlicher Vorschriften

Mit dem Erwerb der Eigenschaft als Formkaufmann unterliegt das Unternehmen automatisch allen Vorschriften des Handelsrechts. Dazu gehören beispielsweise besondere Buchführungs- und Bilanzierungspflichten sowie erweiterte Möglichkeiten bei Vertragsabschlüssen im Geschäftsverkehr.

Bedeutung für Geschäftsführung und Vertretung

Die Organe einer Kapitalgesellschaft – etwa Geschäftsführer oder Vorstand – handeln stets im Namen der Gesellschaft als Kauffrau bzw. Kaufmanngesellschaft. Sie sind verpflichtet, alle handelsrechtlichen Vorgaben einzuhalten und haften in bestimmten Fällen auch persönlich für Verstöße gegen diese Pflichten.

Buchführungspflicht

Formkauffrauen bzw. -männer müssen ihre Geschäftsvorfälle ordnungsgemäß aufzeichnen und regelmäßig Abschlüsse erstellen. Diese Verpflichtungen bestehen unabhängig vom tatsächlichen Umsatz oder Gewinn eines Unternehmens.

Sonderregelungen bei Verträgen

Im Geschäftsverkehr können sich aus dem Status besondere Regelungen ergeben: Beispielsweise gelten verkürzte Fristen bei Mängelrügen oder abweichende Bestimmungen zur Beweislast.

Löschung aus dem Handelsregister und Ende der Eigenschaft als Formkauffrau/- mann

Sobald eine entsprechende Gesellschaft aufgelöst wird oder ihre Eintragung gelöscht wird, endet auch ihr Status als Kauffrau bzw.- mann kraft Rechtsform.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Formkaufmann“

Welche Unternehmen zählen zu den Formkaufläuten?

Dazu gehören insbesondere GmbHs, AGs sowie eingetragene Genossenschaften; auch andere juristische Personen können darunterfallen.

Muss ein bestimmter Umsatz erreicht werden?

Nein; entscheidend ist ausschließlich die gewählte Rechtsform – nicht Umsatzhöhe oder Art der Tätigkeit.

Müssen alle formkaufläutigen Unternehmen Buch führen?

Ja; sie sind grundsätzlich zur ordnungsgemäßen Buchführung verpflichtet – unabhängig vom Umfang ihres Geschäftsbetriebs.

Können Einzelunternehmen ebenfalls formkaufläutig sein?

Nicht durch ihre bloße Existenz; Einzelunternehmen werden nur dann Kauffrau/- mann nach anderen Kriterien wie Ist- oder Kann-Kauflauteneigenschaft.

Lässt sich der Status wieder verlieren?

Sobald eine entsprechende Gesellschaft aufgelöst wird beziehungsweise deren Eintragung gelöscht wurde, entfällt auch ihr kaufmännischer Status kraft Gesetzes.

Bestehen Unterschiede zwischen verschiedenen Formen von Kaufläuten hinsichtlich ihrer Rechte?

Zwar gelten viele handelsrechtliche Vorschriften gleichermaßen für alle Kaufläute; jedoch gibt es einzelne Sonderregelungen je nach Art des Kauflautentyps beziehungsweise dessen Organisationstruktur.

Müssen formkaufläutige Firmen immer ins Handelsregister eingetragen sein?</H3><P>Ja,die Entstehung dieser Eigenschaft setzt zwingend voraus,dass eine entsprechende Registrierung erfolgt ist.</P>    Können Vereine ebenfalls formkaufläutig sein?</H3><P>Nur wenn sie wirtschaftlich tätig sind,eine bestimmte Organisationsstruktur besitzen und entsprechend registriert wurden.Andernfalls gilt dies nicht.</P>