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Bordell

Begriff und Definition des Bordells

Ein Bordell ist eine gewerblich betriebene Einrichtung, in der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Die Betreiberinnen und Betreiber stellen Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter ihre Dienste anbieten können. Das Hauptmerkmal eines Bordells besteht darin, dass die sexuelle Dienstleistung regelmäßig, entgeltlich und mit einer gewissen Organisation oder Leitung erfolgt.

Rechtliche Grundlagen für den Betrieb eines Bordells

Der Betrieb eines Bordells unterliegt in Deutschland einer Vielzahl von gesetzlichen Regelungen. Ziel dieser Vorschriften ist es insbesondere, die Rechte der im Gewerbe tätigen Personen zu schützen sowie die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.

Anmeldung und behördliche Genehmigung

Für das Betreiben eines Bordells ist eine Anmeldung bei den zuständigen Behörden erforderlich. In vielen Fällen bedarf es darüber hinaus einer speziellen Erlaubnis oder Konzession. Die Behörden prüfen dabei unter anderem die Zuverlässigkeit der Betreiberin oder des Betreibers sowie die Eignung der Räumlichkeiten hinsichtlich Hygiene- und Sicherheitsstandards.

Schutz von Sexarbeitenden

Sexarbeitende genießen besonderen Schutz durch gesetzliche Vorgaben. Dazu zählen Regelungen zum Gesundheitsschutz, zur Selbstbestimmung über Arbeitszeiten sowie zum Schutz vor Ausbeutung oder Zwangsprostitution. Der Betrieb muss sicherstellen, dass keine Minderjährigen beschäftigt werden und niemand gegen seinen Willen tätig ist.

Steuerrechtliche Aspekte des Betriebs von Bordellen

Bordelle gelten als Gewerbebetriebe im steuerlichen Sinne. Einnahmen aus dem Betrieb sind steuerpflichtig; dies betrifft sowohl Einkommens- als auch Umsatzsteueraspekte. Auch für Sexarbeitende bestehen steuerliche Pflichten hinsichtlich ihrer Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit.

Bordellarten im rechtlichen Kontext

Klassisches Laufhaus-Bordell

In einem klassischen Laufhaus mieten Sexarbeitende einzelne Zimmer an; Kundinnen und Kunden können sich frei bewegen und Angebote einholen. Die rechtlichen Anforderungen betreffen hier insbesondere Mietverträge sowie das Hausrecht des Betreibers.

Anbahnungsbordelle (Clubbordelle)

Hier findet neben dem Angebot sexueller Dienstleistungen auch ein gastronomischer Betrieb statt – etwa durch Bars oder Lounges innerhalb des Hauses. Für diese Betriebe gelten zusätzliche Vorschriften wie etwa Gaststättengesetze.

Straftatbestände rund um das Thema Bordellbetrieb

Zwangsprostitution & Menschenhandel

Das Gesetz stellt klar: Jeglicher Zwang zur Prostitution – sei es durch Gewaltandrohung, Täuschung oder Ausnutzung einer Notlage – ist verboten.
Auch Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung wird strafrechtlich verfolgt.

Beteiligung Minderjähriger

Minderjährige dürfen weder als Kundschaft noch als Arbeitende Zugang zu einem Bordell haben.
Die Beschäftigung Minderjähriger stellt einen schweren Verstoß dar.


Häufig gestellte Fragen zum Thema „Bordell“ (Rechtlicher Kontext)

Darf jeder ein Bordell eröffnen?

Nicht jede Person darf ohne Weiteres ein Bordell eröffnen; hierfür sind bestimmte persönliche Voraussetzungen notwendig wie beispielsweise Zuverlässigkeit sowie eine behördliche Erlaubnis.

Müssen alle Mitarbeitenden in einem Bordell angemeldet sein?

Sämtliche dort tätigen Personen müssen bei den zuständigen Behörden gemeldet sein; dies dient dem Schutz vor illegaler Beschäftigung sowie der Einhaltung arbeits- bzw. sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben.

Sind Einnahmen aus dem Betrieb eines Bordells steuerpflichtig?

Einnahmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sind grundsätzlich einkommensteuer- beziehungsweise umsatzsteuerpflichtig; dies gilt sowohl für Betreiberinnen/Betreiber als auch für selbstständig arbeitende Personen innerhalb des Betriebs.

Dürfen Minderjährige in einem deutschen Bordell arbeiten?


Nein, Minderjährige dürfen weder beschäftigt noch eingelassen werden.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat oberste Priorität.



Darf Werbung für ein legales deutsches Bordell gemacht werden?
Werbung darf nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen: Sie darf nicht sittenwidrig sein und keine irreführenden Inhalte enthalten.

Müssen besondere Hygienestandards eingehalten werden?
Ja; Hygienevorschriften müssen beachtet werden – dazu gehören regelmäßige Reinigung der Räume ebenso wie Maßnahmen zur Infektionsprävention.

Können Nachbarn gegen einen geplanten Bordellbetrieb vorgehen?
In bestimmten Fällen kann Nachbarschaftsschutz greifen – etwa wenn unzumutbare Belästigungen drohen.

ISt Prostitution außerhalb genehmigter Einrichtungen erlaubt?
Sexuelle Dienstleistungen dürfen nicht überall angeboten werden: Es gibt Sperrgebiete mit lokalem Verbot öffentlicher Prostitution.