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Abtretung (Zession)

Grundlagen der Abtretung (Zession)

Die Abtretung, auch Zession genannt, ist ein rechtlicher Vorgang, bei dem eine Person (der sogenannte Zedent) eine Forderung gegen einen Dritten an eine andere Person (den sogenannten Zessionar) überträgt. Die Forderung bleibt dabei inhaltlich bestehen, wechselt jedoch den Inhaber. Der Schuldner der ursprünglichen Forderung wird als sogenannter Schuldner oder Debitor bezeichnet.

Beteiligte Parteien und deren Rollen

Bei einer Abtretung sind stets drei Parteien beteiligt:

  • Zedent: Die Person oder das Unternehmen, die die Forderung abtritt.
  • Zessionar: Die Person oder das Unternehmen, an die die Forderung übertragen wird.
  • Schuldner: Die Person oder das Unternehmen, gegen die sich die abgetretene Forderung richtet.

Ablauf und Voraussetzungen einer Abtretung

Form und Inhalt der Abtretungsvereinbarung

Eine Abtretungsvereinbarung kann grundsätzlich formfrei erfolgen. Das bedeutet, sie kann mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden. In bestimmten Fällen kann jedoch aus Beweisgründen eine schriftliche Vereinbarung sinnvoll sein. Der Inhalt der Vereinbarung muss klar erkennen lassen, welche konkrete Forderung abgetreten wird.

Mögliche Beschränkungen und Verbote

Nicht jede Forderung ist frei abtretbar. Es gibt gesetzliche sowie vertragliche Beschränkungen: So können beispielsweise bestimmte persönliche Ansprüche nicht übertragen werden. Auch können Verträge zwischen Gläubiger und Schuldner Klauseln enthalten, welche die Übertragung ausschließen.

Anzeigen der Abtretung gegenüber dem Schuldner

Der Schuldner muss über den Wechsel des Gläubigers informiert werden – dies geschieht durch Anzeige der Abtretung. Erst nach dieser Mitteilung ist er verpflichtet bzw. berechtigt an den neuen Gläubiger zu leisten.

Rechtsfolgen einer wirksamen Abtretung (Zession)

Wechsel des Gläubigerschaftsrechts

Mit Abschluss einer wirksamen Zession geht das Recht zur Geltendmachung der betreffenden Forderungen auf den neuen Inhaber über. Der neue Gläubiger tritt in alle Rechte ein; bestehende Einreden des Schuldners bleiben jedoch erhalten.

Sicherungsabtretungen und Factoring als Sonderformen

Sonderformen wie Sicherungsabtretungen dienen häufig dazu, Kredite abzusichern: Hierbei tritt ein Kreditnehmer seine künftigen Einnahmen zur Sicherheit an einen Kreditgeber ab.
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen offene Rechnungen an einen Dritten; dieser übernimmt dann sowohl das Risiko als auch gegebenenfalls das Inkasso.

Bedeutende Anwendungsbereiche im Alltag

  • Kreditwesen: Forderungen werden oft zur Absicherung von Darlehen verwendet.
  • Handel mit offenen Rechnungen: Unternehmen verkaufen ihre Außenstände zum Beispiel im Rahmen von Factoring-Geschäften weiter.
  • Versicherungsverträge: Ansprüche aus Versicherungsverträgen können unter bestimmten Bedingungen übertragen werden.
  • Erbschaften: Auch im Rahmen von Nachlässen spielt die Übertragung von Ansprüchen eine Rolle.
  • Privatbereich: Beispielsweise bei Schenkungen unter Lebenden kann es zu einer Übertragung kommen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Abtretung (Zession)

Was versteht man unter einer „Forderungsabtretung“?

Unter einer „Forderungsabtretung“ versteht man den Übergang eines Anspruchs auf Zahlung oder Leistung von einem bisherigen Berechtigten auf einen neuen Berechtigten durch vertragliche Vereinbarung zwischen diesen beiden Personen ohne Mitwirkung des Schuldners selbst.< / p >

< h 3 > Muss für eine wirksame Zession immer ein schriftlicher Vertrag vorliegen?
< p > Eine schriftliche Form ist grundsätzlich nicht zwingend erforderlich – sie dient aber häufig dem Nachweis gegenüber Dritten sowie aus Gründen besserer Dokumentation . Für bestimmte Arten von Ansprüchen gelten allerdings besondere Formerfordernisse .< / p >

< h 3 > Kann jede Art von Anspruch übertragen werden ?
< p > Nicht jeder Anspruch lässt sich übertragen . Insbesondere höchstpersönliche Rechte , wie etwa Unterhaltsansprüche , sind regelmäßig ausgeschlossen . Auch vertraglich vereinbarte Ausschlüsse müssen beachtet werden .< / p >

< h 3 > Welche Bedeutung hat es für den Schuldner , wenn seine Verbindlichkeit abgetreten wurde ?
< p > Für den Schuldner bedeutet dies , dass er künftig nur noch mit schuldbefreiender Wirkung an den neuen Inhaber leisten darf bzw . muss ; bestehende Einwendungen bleiben ihm aber erhalten . Er sollte daher möglichst zeitnah informiert werden .< / p >

< h 3 > Was passiert , wenn mehrere Personen behaupten , neue Gläubiger zu sein ?
< p > Kommt es zu widersprüchlichen Angaben bezüglich des aktuellen Anspruchsinhabers , besteht für den Leistenden Unsicherheit darüber , wem gegenüber er erfüllen soll ; dies kann rechtlich problematisch sein und birgt Risiken hinsichtlich doppelter Zahlungsverpflichtungen .< / p >

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