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Zession

Veröffentlicht von MTR Legal Rechtsanwälte, Wirtschaftsrechtliche Kanzlei · Letzte Bearbeitung: 6. Mai 2026

Begriff und Grundlagen der Zession

Die Zession ist ein rechtlicher Vorgang, bei dem eine Forderung von einer Person (dem sogenannten Zedenten) auf eine andere Person (den sogenannten Zessionar) übertragen wird. Die Forderung bleibt dabei inhaltlich unverändert, lediglich der Gläubiger wechselt. Der Schuldner, also die Person, die die Leistung schuldet, bleibt gleich. Die Zession ist ein wichtiges Instrument im Wirtschaftsleben und ermöglicht es beispielsweise Unternehmen oder Privatpersonen, offene Forderungen an Dritte weiterzugeben.

Beteiligte Parteien bei der Zession

An einer Zession sind immer mindestens drei Parteien beteiligt:

  • Zedent: Der bisherige Inhaber der Forderung.
  • Zessionar: Die Person oder das Unternehmen, an den die Forderung abgetreten wird.
  • Schuldner: Die Person oder das Unternehmen, das zur Leistung verpflichtet ist.

Ablauf und Voraussetzungen einer wirksamen Zession

Form und Inhalt der Abtretungsvereinbarung

Für eine wirksame Abtretung genügt grundsätzlich eine Einigung zwischen dem bisherigen Gläubiger (Zedent) und dem neuen Gläubiger (Zessionar). Eine besondere Form wie etwa Schriftlichkeit ist in den meisten Fällen nicht zwingend erforderlich; ausnahmen können sich jedoch aus besonderen Umständen ergeben. Es muss klar erkennbar sein, welche konkrete Forderung abgetreten werden soll.

Anzeigepflicht gegenüber dem Schuldner

Der Schuldner muss über die erfolgte Abtretung nicht zwingend informiert werden; allerdings kann dies für den neuen Gläubiger vorteilhaft sein. Solange der Schuldner nichts von der Abtretung weiß, kann er weiterhin mit befreiender Wirkung an den ursprünglichen Gläubiger zahlen.

Mögliche Beschränkungen einer Abtretbarkeit von Forderungen

Nicht jede Forderung kann beliebig abgetreten werden. In manchen Fällen schließen Verträge zwischen Schuldner und Gläubiger eine Abtretbarkeit ausdrücklich aus oder beschränken sie zumindest teilweise. Auch gesetzliche Regelungen können bestimmte Arten von Forderungen von einer Übertragung ausschließen.

Rechtsfolgen der Zession für alle Beteiligten

Wirkungen gegenüber dem Schuldner

Nach erfolgter wirksamer Abtretung steht dem neuen Gläubiger (Zessionar) dieselbe Rechtsposition zu wie zuvor dem alten Gläubiger (Zedenten). Der Schuldner muss seine Leistung nun an den neuen Inhaber richten – vorausgesetzt er wurde über die Änderung informiert.
Sollte ihm dies nicht bekannt sein, kann er weiterhin mit schuldbefreiender Wirkung an seinen bisherigen Vertragspartner leisten.

Einwendungen des Schuldners nach erfolgter Abtretung
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Der neue Inhaber übernimmt sämtliche Rechte aber auch Pflichten im Zusammenhang mit der übernommenen Forderung . Das bedeutet , dass alle Einreden , Einwendungen sowie Gegenrechte , welche bereits vor Wirksamwerden des Wechsels bestanden haben , auch gegen den neuen Anspruchsinhaber geltend gemacht werden können .
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< h4 >Besonderheiten bei Sicherungszessions- und Globalzessionsmodellen< / h4 >
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Im Geschäftsverkehr finden sich häufig spezielle Formen wie Sicherungszessions- oder Globalzessionsmodelle . Bei diesen Modellen dient die Übertragung als Sicherheit für einen Kredit oder umfasst mehrere bestehende sowie künftige Ansprüche . Hierbei gelten zusätzliche Anforderungen hinsichtlich Transparenz , Bestimmbarkeit sowie Schutzinteressen aller Beteiligten .
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< h2 >Abgrenzungen zu ähnlichen Rechtsinstituten < / h2 >
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Die Zession unterscheidet sich deutlich vom Verkauf beweglicher Sachen : Während beim Kauf Eigentum übertragen wird , geht es bei der Zession ausschließlich um Rechte beziehungsweise Ansprüche gegen Dritte . Auch vom Inkasso durch einen Dienstleister unterscheidet sich diese Konstruktion : Beim Inkasso bleibt nämlich regelmäßig das Recht beim ursprünglichen Anspruchsinhaber .
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< h2 >Häufig gestellte Fragen zur rechtlichen Bedeutung der Zession < / h2 >

Was versteht man unter einer stillen bzw . offenen Zession ?

Bei einer offenen Form wird der Wechsel des Anspruchsinhabers offen kommuniziert ; meist erfolgt hierzu eine Mitteilung an den betroffenen Zahlungspflichtigen . Bei stiller Variante erfährt dieser zunächst nichts davon – was insbesondere im Rahmen bestimmter Finanzierungsmodelle genutzt wird .

Kann jede Art von Geldforderung abgetreten werden ?

Grundsätzlich sind viele Geldforderungen frei übertragbar ; Ausnahmen bestehen jedoch dann , wenn vertragliche Vereinbarungen dies ausschließen oder gesetzliche Vorschriften entgegenstehen .

Welche Rolle spielt ein möglicher gutgläubiger Erwerb bei einer fehlerhaften Übertragung ?

Im Unterschied zum Erwerb körperlicher Sachen gibt es keinen umfassenden Schutz eines gutgläubigen Erwerbers bezüglich Rechten aus fehlerhaft vorgenommenen Übertragungen ; hier gilt grundsätzlich Vorrang tatsächlicher Berechtigungslage .

Wie wirkt sich eine Mehrfachabtretung derselben Forderung aus ?

Kommt es dazu , dass dieselbe Position mehrfach weitergegeben wurde , erhält nur jene Partei tatsächlich Rechte daraus zugesprochen , welche zuerst einen gültigen Vertrag abgeschlossen hat – sofern keine besonderen Umstände hinzutreten .
 

 
 
 
  

  

  

  

   

        

                

                

                

                

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