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Eidesstattliche Versicherung

Veröffentlicht von MTR Legal Rechtsanwälte, Wirtschaftsrechtliche Kanzlei · Letzte Bearbeitung: 6. Mai 2026

Einführung in die eidesstattliche Versicherung

Die eidesstattliche Versicherung ist ein wichtiges rechtliches Instrument, das in verschiedenen Kontexten Anwendung findet. Sie dient dazu, die Richtigkeit einer bestimmten Aussage zu bekräftigen und kann sowohl in zivilrechtlichen als auch in strafrechtlichen Verfahren relevant sein. Im Allgemeinen verpflichtet sich die Person, die die eidesstattliche Versicherung abgibt, dazu, wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Die rechtlichen Konsequenzen einer falschen Versicherung an Eides statt können erheblich sein und reichen von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen.

Im Alltag begegnet man der eidesstattlichen Versicherung häufig in Situationen, in denen kein anderer Beweis für eine Tatsache vorliegt. Sie wird dann als Mittel genutzt, um die Glaubwürdigkeit der Aussage zu untermauern. Dies kann beispielsweise in Vermögensangelegenheiten, bei der Abgabe von Steuererklärungen oder im Rahmen von Insolvenzverfahren der Fall sein.

Ein wesentliches Merkmal der eidesstattlichen Versicherung ist die persönliche Abgabe durch die versichernde Person. Dies bedeutet, dass die Person selbst für den Inhalt ihrer Erklärung verantwortlich ist und sich der Tragweite ihrer Aussagen bewusst sein muss. Die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung erfolgt in der Regel vor einer dazu befugten Person oder Institution, um die Authentizität der Erklärung sicherzustellen.

Rechtliche Bedeutung und Konsequenzen

Die rechtliche Bedeutung einer eidesstattlichen Versicherung ist nicht zu unterschätzen. Durch die Abgabe einer solchen Versicherung verpflichtet sich die Person, die Wahrheit zu sagen und die Konsequenzen einer Falschaussage zu tragen. Eine falsche Angabe in diesem Rahmen stellt eine ernstzunehmende Straftat dar, die strafrechtlich verfolgt wird. Der Gesetzgeber sieht hierfür strenge Strafen vor, da die Integrität des Rechtssystems auf der Verlässlichkeit solcher Aussagen beruht.

In der Praxis wird die eidesstattliche Versicherung häufig in gerichtlichen und behördlichen Verfahren verwendet, um Tatsachen zu belegen, die auf andere Weise schwer nachzuweisen sind. Ein typisches Beispiel ist die Abgabe einer Vermögensauskunft, bei der der Schuldner detaillierte Angaben über seine finanziellen Verhältnisse machen muss. Auch bei Anträgen auf einst weilige Verfügungen kann eine eidesstattliche Versicherung erforderlich sein, um die Dringlichkeit des Anliegens zu unterstreichen.

Die Konsequenzen einer unwahren eidesstattlichen Versicherung können schwerwiegend sein. Neben strafrechtlichen Sanktionen drohen auch zivilrechtliche Konsequenzen, etwa Schadensersatzforderungen, wenn durch die falsche Aussage ein finanzieller Schaden entstanden ist. Dies verdeutlicht, dass die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung stets mit Bedacht und unter Berücksichtigung der Konsequenzen erfolgen sollte.

Voraussetzungen und Formalitäten

Die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung ist an bestimmte Voraussetzungen und Formalitäten gebunden. Zunächst muss die Person, die die Versicherung abgibt, geschäftsfähig sein. Dies bedeutet, dass sie in der Lage sein muss, die Bedeutung und Tragweite ihrer Erklärung zu verstehen. Minderjährige oder Personen, die unter Betreuung stehen, sind in der Regel nicht berechtigt, eine solche Versicherung abzugeben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Form der eidesstattlichen Versicherung. Sie muss schriftlich abgefasst und eigenhändig unterschrieben sein. In bestimmten Fällen kann auch eine mündliche Abgabe vor einer zuständigen Stelle erforderlich sein, beispielsweise vor Gericht oder einer Behörde. Die Abgabe muss in jedem Fall in Anwesenheit einer zur Abnahme befugten Person erfolgen, die die Identität des Erklärenden überprüft und die Versicherung protokolliert.

Ein klassisches Beispiel für die Formalitäten einer eidesstattlichen Versicherung ist die Abgabe vor einem Notar oder einer Behörde, die für die Entgegennahme solcher Erklärungen zuständig ist. Hierbei wird häufig ein standardisiertes Formular verwendet, das der Erklärende ausfüllt und unterschreibt. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die formalen Anforderungen eingehalten werden und die Erklärung im Zweifelsfall als Beweismittel vor Gericht Bestand hat.

Anwendungsbereiche der eidesstattlichen Versicherung

Die eidesstattliche Versicherung findet in vielen Bereichen des täglichen Lebens Anwendung. Im Zivilrecht wird sie oft in Verfahren eingesetzt, in denen es darum geht, bestimmte Tatsachen zu beweisen, für die sonst keine schriftlichen Belege existieren. Dazu gehören unter anderem Erbschaftsangelegenheiten, in denen die Beteiligten ihre Erklärungen über den Verbleib von Nachlassgegenständen abgeben müssen.

Auch im Verwaltungsrecht spielt die eidesstattliche Versicherung eine Rolle. In Fällen, in denen die Behörde Auskünfte über private Verhältnisse benötigt, kann eine solche Versicherung dazu dienen, die Richtigkeit der Angaben zu bestätigen. Beispiele hierfür sind Verfahren zur Erlangung von Sozialleistungen oder die Anmeldung des Wohnsitzes, bei denen der Antragsteller durch die Versicherung die Richtigkeit seiner Angaben beteuert.

Im Strafrecht ist die eidesstattliche Versicherung weniger verbreitet, spielt jedoch eine Rolle in bestimmten Ermittlungsverfahren. Hier kann sie beispielsweise zur Glaubhaftmachung von Alibis oder Zeugenaussagen herangezogen werden. Die Strenge der rechtlichen Konsequenzen macht die eidesstattliche Versicherung zu einem Mittel, das mit Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein eingesetzt werden sollte.

Unterschiede zur einfachen Versicherung

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der eidesstattlichen Versicherung und einer einfachen Versicherung liegt in der rechtlichen Bindung und den Konsequenzen bei Falschaussagen. Während eine einfache Versicherung lediglich eine Zusicherung der Richtigkeit darstellt, ist die eidesstattliche Versicherung mit einer strafrechtlichen Verantwortung verbunden. Dies bedeutet, dass Falschaussagen in diesem Rahmen strafrechtlich verfolgt werden können, was bei einer einfachen Versicherung nicht der Fall ist.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Form und der Rahmen, in dem die Versicherung abgegeben wird. Eine eidesstattliche Versicherung erfordert eine bestimmte Form und muss in Anwesenheit einer befugten Person abgegeben werden. Eine einfache Versicherung hingegen kann formlos und ohne Anwesenheit einer dritten Person erfolgen, was sie in ihrer Beweiskraft schwächer macht.

Ein praktisches Beispiel für den Unterschied ist die Abgabe einer Vermögensauskunft im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Hier wird eine eidesstattliche Versicherung verlangt, um die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben zu gewährleisten. Im Gegensatz dazu könnte eine einfache Versicherung in einem weniger formellen Kontext, etwa bei der Anmeldung zu einem Wettbewerb, ausreichen, um die Angaben des Teilnehmers zu bestätigen.

Ist eine eidesstattliche Versicherung immer schriftlich abzugeben?

In der Regel muss eine eidesstattliche Versicherung schriftlich abgegeben werden. In bestimmten Fällen ist jedoch auch eine mündliche Abgabe vor einer befugten Stelle möglich, etwa in gerichtlichen Verfahren.

Welche Konsequenzen drohen bei einer falschen eidesstattlichen Versicherung?

Eine falsche eidesstattliche Versicherung kann erhebliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, darunter Geldstrafen oder Freiheitsstrafen. Auch zivilrechtliche Ansprüche, wie Schadensersatzforderungen, können resultieren.

Kann eine eidesstattliche Versicherung widerrufen werden?

Ein Widerruf einer eidesstattlichen Versicherung ist grundsätzlich nicht möglich, da sie als verbindliche Erklärung gilt. Falsche Angaben können jedoch korrigiert werden, bevor sie rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Wann wird eine eidesstattliche Versicherung typischerweise verlangt?

Eidesstattliche Versicherungen werden häufig in gerichtlichen und behördlichen Verfahren verlangt, etwa zur Glaubhaftmachung von Vermögensverhältnissen oder zur Unterstützung von Anträgen auf einst weilige Verfügungen.

Wer darf eine eidesstattliche Versicherung abgeben?

Jede geschäftsfähige Person kann eine eidesstattliche Versicherung abgeben. Minderjährige oder Personen unter Betreuung sind in der Regel nicht berechtigt, eine solche Versicherung abzugeben.

Gibt es eine Frist für die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung?

Die Frist für die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung hängt von dem je weiligen Verfahren ab, in dem sie verlangt wird. Häufig setzen Gerichte oder Behörden spezifische Fristen, die zu beachten sind.

Muss die eidesstattliche Versicherung von einem Notar beglaubigt werden?

Eine notarielle Beglaubigung ist nicht immer erforderlich, aber in bestimmten Fällen kann sie die Beweiskraft der eidesstattlichen Versicherung erhöhen. Die Abgabe erfolgt oft vor einer befugten Behörde oder Gericht.

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