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Bundesimmissionschutzgesetz

Grundlagen des Bundesimmissionsschutzgesetzes

Das Bundesimmissionsschutzgesetz, häufig abgekürzt als BImSchG, ist ein zentrales Gesetz in Deutschland zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen. Es regelt den Umgang mit Emissionen, also dem Ausstoß von Schadstoffen und Lärm, die durch Anlagen oder Tätigkeiten entstehen können. Ziel des Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen sowie Sachgüter und die Umwelt insgesamt vor nachteiligen Einflüssen zu bewahren.

Ziele und Anwendungsbereich

Das Bundesimmissionsschutzgesetz verfolgt das Ziel, schädliche Umwelteinwirkungen möglichst zu verhindern oder zumindest auf ein verträgliches Maß zu begrenzen. Es gilt für eine Vielzahl von Bereichen: Dazu zählen Industrieanlagen wie Kraftwerke oder Fabriken ebenso wie kleinere Betriebe oder bestimmte Fahrzeuge. Auch der Schutz vor Lärm – etwa durch Straßenverkehr – fällt unter das Gesetz.

Was sind Immissionen?

Immissionen sind Einwirkungen auf Menschen und Umwelt durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen sowie ähnliche Vorgänge. Das Gesetz unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Arten von Immissionen wie beispielsweise Abgasen aus Industrieanlagen oder Verkehrslärm.

Wer ist vom Bundesimmissionsschutzgesetz betroffen?

Betroffen sind insbesondere Betreiber von Anlagen aller Art – vom großen Industriebetrieb bis hin zu bestimmten landwirtschaftlichen Einrichtungen. Aber auch Behörden spielen eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Einhaltung des Gesetzes.

Genehmigungspflichtige Anlagen und Verfahren

Viele größere Anlagen dürfen nur betrieben werden, wenn zuvor eine behördliche Genehmigung erteilt wurde. Diese Genehmigung wird erst dann erteilt, wenn sichergestellt ist, dass keine unzulässigen Umweltauswirkungen auftreten können. Die zuständigen Behörden prüfen dabei unter anderem technische Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Emissionen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Bei bestimmten Vorhaben sieht das Gesetz eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Das bedeutet: Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit zur Einsichtnahme in Unterlagen sowie zur Stellungnahme im Rahmen eines Anhörungsverfahrens.

Überwachung und Kontrolle

Die Umsetzung des Bundesimmissionsschutzgesetzes wird regelmäßig überwacht. Hierzu führen Behörden Kontrollen durch; sie überprüfen beispielsweise Messwerte für Luftschadstoffe oder Lärmemissionen an bestimmten Orten beziehungsweise bei einzelnen Betrieben.
Verstöße gegen das Gesetz können mit Bußgeldern geahndet werden; in schwerwiegenden Fällen drohen auch weitergehende Maßnahmen bis hin zur Stilllegung einer Anlage.

Sanktionen bei Verstößen gegen das Bundesimmissionsschutzgesetz

Werden Vorschriften nicht eingehalten – etwa weil Grenzwerte überschritten werden -, kann dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen: Von Auflagen über Bußgelder bis hin zum Entzug einer Betriebserlaubnis reichen die möglichen Sanktionen.

Bedeutung für den Umweltschutz in Deutschland

Das Bundesimmissionsschutzgesetz bildet einen wichtigen Baustein im deutschen Umweltrechtssystem: Es trägt dazu bei,
die Lebensqualität zu sichern,
Gesundheitsschäden vorzubeugen
und natürliche Lebensgrundlagen dauerhaft zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)

Was regelt das Bundesimmissionsschutzgesetz konkret?

Das BImSchG legt fest, wie mit Emissionen umzugehen ist und welche Anforderungen an den Betrieb bestimmter Anlagen gestellt werden müssen,
um Mensch und Umwelt vor schädlichen Auswirkungen zu schützen.

Müssen alle Unternehmen eine Genehmigung nach dem BImSchG beantragen?

Nicht jedes Unternehmen benötigt zwingend eine Genehmigung nach dem BImSchG; dies hängt davon ab,
ob es sich um sogenannte genehmigungsbedürftige Anlagen handelt,
die besondere Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten.

Können Privatpersonen vom BImSchG betroffen sein?

Zwar richtet sich das Gesetz vorrangig an Betreiber größerer technischer Einrichtungen;
in bestimmten Fällen kann es jedoch auch private Bauvorhaben betreffen –
zum Beispiel beim Bau bestimmter Heizungsanlagen.

Darf ich mich als Nachbar gegen störende Immissionen wehren?

Anwohnerinnen und Anwohner haben grundsätzlich Möglichkeiten,
sich gegen erhebliche Beeinträchtigungen durch Immissionen zur Wehr zu setzen;
hierfür gibt es spezielle Verfahren bei den zuständigen Behörden.

Können Verstöße gegen das BImSchG bestraft werden?

Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben kann verschiedene Sanktionen nach sich ziehen –
dazu gehören Bußgelder ebenso wie behördlich angeordnete Maßnahmen bis hin zur Stilllegung einer Anlage.

Muss ich als Betreiber regelmäßig Messungen durchführen lassen?

Anlagenbetreiber können verpflichtet sein,
regelmäßig Messungen vorzunehmen beziehungsweise diese dokumentieren zu lassen;
dies dient dazu sicherzustellen,dass Grenzwerte eingehalten werden.