Legal Wiki

Testament

Begriff und Bedeutung des Testaments

Ein Testament ist eine einseitige, formgebundene Willenserklärung einer Person, mit der sie bestimmt, was nach ihrem Tod mit ihrem Vermögen geschehen soll. Es handelt sich um eine Verfügung von Todes wegen. Das Testament ermöglicht es dem Erblasser, die gesetzliche Erbfolge abzuändern oder zu ergänzen und individuelle Regelungen für den Nachlass zu treffen.

Formen des Testaments

Eigenhändiges Testament

Das eigenhändige Testament wird vollständig handschriftlich vom Erblasser verfasst und unterschrieben. Es muss nicht notariell beurkundet werden. Die eigenständige Niederschrift stellt sicher, dass der letzte Wille tatsächlich vom Verfasser stammt.

Notarielles Testament

Beim notariellen Testament erklärt der Erblasser seinen letzten Willen gegenüber einer Notarin oder einem Notar. Dieser beurkundet die Erklärung schriftlich. Das notarielle Verfahren bietet erhöhte Rechtssicherheit hinsichtlich Form und Inhalt.

Sonderformen des Testaments

In besonderen Situationen sind weitere Formen möglich, etwa das Nottestament bei akuter Lebensgefahr oder das Seetestament auf See. Diese Sonderformen unterliegen speziellen Voraussetzungen und gelten nur in Ausnahmefällen.

Inhaltliche Gestaltungsmöglichkeiten eines Testaments

Erbeinsetzung und Vermächtnis

Im Testament kann festgelegt werden, wer als Erbe eingesetzt wird und damit den gesamten Nachlass oder einen Anteil daran erhält. Daneben besteht die Möglichkeit, einzelnen Personen bestimmte Gegenstände oder Geldbeträge als Vermächtnis zuzuwenden.

Ausschluss von Personen (Enterbung)

Der Verfasser kann im Rahmen seines letzten Willens auch bestimmen, dass bestimmte Personen nicht erben sollen (Enterbung). Gesetzliche Pflichtteilsansprüche bleiben hiervon jedoch unberührt.

Anordnung von Auflagen und Bedingungen

Es ist möglich anzuordnen, dass ein Erbe nur unter bestimmten Bedingungen erbt oder bestimmte Verpflichtungen erfüllen muss (Auflagen).

Ersatzerbenregelung

Für den Fall, dass ein eingesetzter Erbe vorverstorben ist oder das Erbe ausschlägt, kann im Testament eine Ersatzperson benannt werden (Ersatzerbe).

Anforderungen an die Wirksamkeit eines Testaments

< h 3 >Testierfähigkeit< / h 3 >
< p >
Damit ein Mensch wirksam testieren kann , muss er testierfähig sein . Dies bedeutet , dass er zum Zeitpunkt der Errichtung geistig in der Lage sein muss , Bedeutung sowie Tragweite seiner Anordnungen zu erkennen .
< / p >

< h 3 >Formvorschriften< / h 3 >
< p >
Die Einhaltung bestimmter Formvorschriften ist zwingend erforderlich . Ein eigenständiges Schriftstück , vollständige Unterschrift sowie gegebenenfalls Datum sind wesentliche Bestandteile . Bei Missachtung dieser Vorgaben droht Unwirksamkeit .
< / p >

< h 2 >Widerruf , Änderung & Aufbewahrung eines Testaments < / h 2 >
< h 3 >Widerrufsmöglichkeiten < / h 3 >
< p >
Ein bereits errichtetes Testament kann jederzeit widerrufen werden . Dies geschieht durch Vernichtung , Rücknahme aus amtlicher Verwahrung oder durch Errichtung eines neuen widersprechenden Dokuments .
< / p >

< h 3 >Änderung des Inhalts < / h 3 >
< p >
Der Inhalt eines bestehenden Testaments lässt sich durch Ergänzungen , Streichungen oder Neufassungen ändern . Auch hier müssen stets die gesetzlichen Formerfordernisse eingehalten werden .

Aufbewahrung & Auffindbarkeit



Die sichere Verwahrung spielt eine wichtige Rolle für die spätere Umsetzung des letzten Willens . Eine amtliche Hinterlegung beim Nachlassgericht sorgt dafür , dass das Dokument nach dem Tod aufgefunden wird .

Rechtliche Wirkung nach dem Tod des Verfassers


Nach Eintritt des Todes entfaltet das gültige Testament unmittelbare rechtliche Wirkung : Der darin benannte Personenkreis erhält Rechte am Nachlass entsprechend den getroffenen Anordnungen . Gleichzeitig können Pflichtteilsberechtigte Ansprüche geltend machen .

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Testament“ (FAQ)

Wer darf ein Testament errichten?

Naturpersonen ab einem bestimmten Alter dürfen grundsätzlich ihren letzten Willen niederschreiben – vorausgesetzt sie verfügen über ausreichende geistige Einsichtsfähigkeit.

Kann man mehrere Testamente hinterlassen?

Theoretisch können mehrere letztwillige Verfügungen existieren; maßgeblich ist jedoch stets das zuletzt errichtete wirksame Dokument.

Was passiert bei fehlender Formwirksamkeit?

Mängel in Bezug auf Schriftform beziehungsweise Unterschrift führen regelmäßig zur Unwirksamkeit – dann gilt meist wieder die gesetzliche Regelung zur Nachfolge.

Wie erfährt man vom Vorliegen eines Testaments?<Ρ>Liegen amtlich verwahrte Dokumente vor,wird deren Existenz nach Eintritt des Todes automatisch festgestellt.Das zuständige Gericht informiert sodann alle Beteiligten.

Können Ehepartner gemeinsam testieren?<Ρ>Ehegatten haben Möglichkeit,einen gemeinsamen letzten Willen aufzusetzen.Dieser enthält häufig wechselweise Begünstigungen,sogenannte Berliner-Testamente.

Welche Rechte haben enterbte Angehörige?<Ρ>Naheste Angehörige behalten trotz Enterbung Anspruch auf einen Mindestanteil am Wert des Nachlasses,das sogenannte Pflichtteilrecht.