Begriff und Bedeutung der Nichtveranlagungsbescheinigung
Die Nichtveranlagungsbescheinigung, häufig abgekürzt als NV-Bescheinigung, ist ein behördliches Dokument, das von den Finanzbehörden ausgestellt wird. Sie bestätigt, dass eine Person voraussichtlich keine Einkommensteuer zahlen muss oder zur Abgabe einer Steuererklärung nicht verpflichtet ist. Die Bescheinigung dient insbesondere dazu, bei bestimmten Einkünften – wie etwa Kapitalerträgen – einen Steuerabzug an der Quelle zu vermeiden.
Zweck und Anwendungsbereich der Nichtveranlagungsbescheinigung
Der Hauptzweck einer Nichtveranlagungsbescheinigung besteht darin, Personen mit sehr geringem oder keinem zu versteuernden Einkommen von bestimmten automatischen Steuerabzügen freizustellen. Dies betrifft vor allem Zinsen und andere Kapitalerträge bei Banken oder anderen Finanzinstituten. Ohne diese Bescheinigung würden solche Erträge automatisch mit einer pauschalen Abgeltungsteuer belegt werden.
Anwendungsfälle im Alltag
Typische Empfänger einer NV-Bescheinigung sind Rentnerinnen und Rentner sowie Kinder oder Jugendliche mit eigenen Kapitaleinkünften, deren Gesamteinkommen unterhalb bestimmter steuerlicher Freibeträge liegt. Auch Personen ohne weitere steuerpflichtige Einkünfte können eine solche Bescheinigung beantragen.
Voraussetzungen für die Ausstellung einer Nichtveranlagungsbescheinigung
Eine NV-Bescheinigung wird nur dann erteilt, wenn nach Einschätzung des Finanzamts keine Verpflichtung zur Zahlung von Einkommensteuer besteht. Grundlage hierfür sind die voraussichtlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Antragstellers für das betreffende Jahr. Das zuständige Finanzamt prüft dabei alle relevanten Angaben zum erwarteten Einkommen.
Dauer der Gültigkeit
Die Gültigkeit einer NV-Bescheinigung ist zeitlich begrenzt; sie wird in der Regel für maximal drei Jahre ausgestellt. Nach Ablauf dieser Frist muss gegebenenfalls ein neuer Antrag gestellt werden, sofern weiterhin keine Veranlagungspflicht besteht.
Rechtliche Wirkung gegenüber Dritten
Mit Vorlage der NV-Bescheinigung bei Banken oder anderen Stellen entfällt dort die Pflicht zum Einbehalt von Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge sowie gegebenenfalls weiterer Steuern wie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf diese Erträge. Die Bank darf dann entsprechende Auszahlungen brutto vornehmen.
Bindungswirkung für das Finanzamt
Die Ausstellung einer NV-Bescheinigung entbindet nicht grundsätzlich von allen steuerlichen Pflichten: Sollte sich herausstellen, dass doch eine Steuerpflicht entsteht (zum Beispiel durch unerwartete zusätzliche Einnahmen), kann das Finanzamt nachträglich eine Veranlagung verlangen und Steuern festsetzen.
Antragstellung und Verfahren rund um die Nichtveranlagungsbescheinigung
Der Antrag auf Ausstellung erfolgt beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt mittels eines speziellen Formulars unter Angabe aller relevanten persönlichen Daten sowie Angaben zu den erwarteten Einkünften im betreffenden Zeitraum.
Kostenaspekte
Für die Bearbeitung eines Antrags auf eine NV-Bescheinigungen fallen in aller Regel keine Gebühren an.
Häufig gestellte Fragen zur Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Beschein)
Wer kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen?
Berechtigt sind natürliche Personen mit voraussichtlich so geringem Einkommen innerhalb eines Kalenderjahres, dass keine Verpflichtung zur Zahlung von Einkommensteuer entsteht.
Muss ich trotz vorhandener NV-Bescheinigung noch eine Steuererklärung abgeben?
Sollten während des Zeitraums zusätzliche steuerpflichtige Einnahmen erzielt werden oder sich relevante Umstände ändern, kann dennoch eine Erklärungspflicht entstehen.
Können auch Minderjährige eine NV-Beschein erhalten?
< p>Minderjährige können ebenfalls berechtigt sein; entscheidend ist allein die Höhe ihrer eigenen Einkünfte im Verhältnis zu geltenden Freibeträgen.
Müssen Banken über Änderungen informiert werden?
< p>Sollten sich während des Gültigkeitszeitraums relevante Änderungen ergeben (z.B. Wegfall der Voraussetzungen), sollte dies dem Kreditinstitut angezeigt werden.
ISt es möglich mehrere Kopien derselben Bescheidigung einzureichen? h
p > Es können mehrere Originale angefordert werden , um diese verschiedenen Instituten vorzulegen . Kopien genügen in vielen Fällen jedoch nicht .
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3 > Was passiert , wenn mein tatsächliches Einkommen höher ausfällt als erwartet ?
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p > In diesem Fall kann rückwirkend doch noch ein Besteuerungsverfahren eingeleitet werden ; eventuell bereits ausgezahlte Beträge müssen dann nachträglich versteuert werden .
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3 > Wie lange gilt meine ausgestellte Bescheidigung ?
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p > Eine ausgestellte Bescheidigung gilt üblicherweise bis zu drei Jahre ; danach muss ggf . erneut geprüft bzw . beantragt werden .
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4 > Welche Unterlagen benötigt man typischerweise für den Antrag ?
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p > Für einen vollständigen Antrag sind meist Nachweise über sämtliche erwartete Einnahmen erforderlich , beispielsweise Rentenmitteilungen , Kontoauszüge oder andere Belege .
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