Begriff und Bedeutung des Krankenscheins
Der Begriff „Krankenschein“ bezeichnet ein Dokument, das im Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit einer Person ausgestellt wird. Es dient als Nachweis gegenüber dem Arbeitgeber und der Krankenkasse, dass eine ärztlich festgestellte Erkrankung vorliegt, die eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Im heutigen Sprachgebrauch wird häufig auch von „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ gesprochen. Der Krankenschein ist ein zentrales Element im System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Rechtliche Grundlagen des Krankenscheins
Die Ausstellung eines Krankenscheins erfolgt durch eine Ärztin oder einen Arzt nach entsprechender Untersuchung. Das Dokument bestätigt offiziell die Arbeitsunfähigkeit für einen bestimmten Zeitraum und enthält Angaben zum Beginn sowie zur voraussichtlichen Dauer der Erkrankung. Die rechtliche Grundlage für den Umgang mit dem Krankenschein ergibt sich aus verschiedenen Regelungen des Sozialversicherungsrechts sowie arbeitsrechtlichen Bestimmungen.
Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern
Arbeitnehmer sind verpflichtet, ihrem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen, wenn sie arbeitsunfähig erkranken. Der Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit erfolgt in Form des Krankenscheins, welcher dem Arbeitgeber innerhalb einer bestimmten Frist vorzulegen ist. Auch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung besteht eine Mitteilungspflicht.
Arbeitgeber wiederum sind verpflichtet, den Erhalt eines solchen Nachweises zu akzeptieren und dürfen grundsätzlich keine eigenen medizinischen Prüfungen verlangen oder eigenständig beurteilen.
Bedeutung für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
Der rechtzeitig eingereichte Krankenschein ist Voraussetzung dafür, dass Arbeitnehmer während ihrer Krankheit weiterhin Lohn beziehungsweise Gehalt erhalten (Entgeltfortzahlung). Die Vorlage dieses Dokuments schützt Beschäftigte davor, finanzielle Nachteile aufgrund krankheitsbedingter Fehlzeiten zu erleiden.
Nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums übernimmt gegebenenfalls die gesetzliche Krankenversicherung weitere Zahlungen in Form von sogenanntem Krankengeld – auch hierfür bildet der ausgestellte Schein die Grundlage.
Formen und Übermittlung des Krankenscheins
Papierform versus elektronische Übermittlung (eAU)
Traditionell wurde der Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit auf Papier ausgestellt („gelber Schein“). Seit 2021 findet jedoch zunehmend eine Umstellung auf das elektronische Verfahren statt: Die sogenannte elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird direkt von Arztpraxis an die zuständige Stelle übermittelt.
Für Versicherte bedeutet dies weniger Aufwand bei der Weitergabe an den Arbeitgeber oder an ihre Versicherungsträger; dennoch bleibt es wichtig sicherzustellen, dass alle relevanten Stellen informiert werden.
Sensible Daten und Datenschutz beim Umgang mit dem Schein
Der Umgang mit personenbezogenen Gesundheitsdaten unterliegt strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben. Auf einem klassischen oder elektronischen Schein werden nur notwendige Informationen vermerkt; Diagnosen werden nicht an den Arbeitgeber weitergegeben.
Krankenschein bei besonderen Konstellationen
Krankmeldung während Urlaub oder Elternzeit
Tritt während eines genehmigten Urlaubs eine Krankheit auf und liegt ein ordnungsgemäß ausgestellter Schein vor, können diese Tage nicht als Urlaubstage gewertet werden – sie gelten als Krankheitstage.
Krankheit bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen
Liegen mehrere Anstellungsverhältnisse vor, gilt ein ausgestellter Schein grundsätzlich für alle Tätigkeiten gleichzeitig – sofern keine abweichenden ärztlichen Feststellungen getroffen wurden.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Krankenschein“ (FAQ)
Muss ich meinem Arbeitgeber mitteilen, welche Krankheit ich habe?
Nein; auf dem einzureichenden Dokument steht lediglich das Vorliegen einer ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer – konkrete Diagnosen bleiben vertraulich.
Darf mein Arbeitgeber Zweifel am eingereichten Schein äußern?
Zwar kann es vorkommen, dass Zweifel geäußert werden; jedoch darf ohne triftigen Grund kein zusätzlicher medizinischer Nachweis verlangt werden.
Muss ich mich auch dann krankschreiben lassen, wenn ich nur wenige Tage fehle?
Sobald bestimmte Fristen überschritten sind oder dies vom Unternehmen verlangt wird (zum Beispiel ab dem ersten Tag), muss ein offizieller Nachweis erbracht werden.
Darf mein Arzt rückwirkend krankschreiben?
< p>Eine rückwirkende Ausstellung ist nur unter engen Voraussetzungen möglich; dabei prüft die Ärztin bzw. der Arzt sorgfältig den Einzelfall.< / p >
h< h >Was passiert , wenn ich meinen K rank ens chein zu spät abgebe ?< / h >
p >Wird d ie F rist n i cht e ingehalten , k önnen A nsprüche a uf E ntgelt fort zahl ung o de r K rank eng eld b eeinflusst w erden . D ie s e n ac ht eil e t re ten j edoch n ur u nter b estimmten V oraussetzungen e in .< / p >
h< h >Wie l ange g ilt e ine A rbe its unfäh igkeits bes cheini gung ?< / h >
p >D as D okument i st f ür d en a uf d em F ormular a ngegebenen Z eitraum g ültig ; s ollte d ie E rkrank ung l änger andauern , m uss ei ne F olgebes cheini gung a usgestellt w erden .< / p >
h< h >Kann i ch t rotz K rank ens chein gekündigt w erden ?< / h >
p >E ine K ündigung w ährend d er A rbe its unfäh igkeit i st m öglich ; d as V orliegen ei nes N ach weises s chützt n ic ht v or e iner o rdentlichen B ee ndigung d es A rbe its verhältnisses . G ewisse B es chränk ungen k önnen j edoch b estehen .<
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