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dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est

Veröffentlicht von MTR Legal Rechtsanwälte, Wirtschaftsrechtliche Kanzlei · Letzte Bearbeitung: 6. Mai 2026

Einleitung in den Begriff „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“

Der lateinische Ausdruck „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ lässt sich grob als „arglistig handelt, wer etwas fordert, das er sofort zurückgeben müsste“ übersetzen. Dieser Grundsatz ist ein rechtliches Prinzip, das in verschiedenen Rechtsordnungen Anwendung findet, um unlautere und missbräuchliche Handlungen zu verhindern. Der Begriff ist dabei tief in der Idee verwurzelt, dass niemand durch unredliches Verhalten in eine ungerechtfertigte Position gelangen sollte.

Das Prinzip spielt vor allem im Vertragsrecht eine Rolle, wo es darum geht, die Rechte und Pflichten der Vertragspartner auszugleichen. Es dient dazu, sicherzustellen, dass niemand durch Täuschung oder Arglist einen unbefugten Vorteil aus einer vertraglichen Vereinbarung zieht. In der Praxis wird dieses Prinzip oft herangezogen, um zu beurteilen, ob eine Forderung rechtmäßig ist oder ob sie aufgrund eines arglistigen Verhaltens zurückgewiesen werden sollte.

In der Alltagssprache mag der Ausdruck komplex erscheinen, doch seine Anwendung ist oft sehr praxisnah. Es geht darum, unlauteres Verhalten zu erkennen und zu sanktionieren, wenn jemand versucht, durch Täuschung einen Vorteil zu erlangen, den er rechtlich sofort wieder verlieren würde. Diese Regel schützt die Integrität von Rechtsgeschäften und sichert eine faire Behandlung aller Beteiligten.

Rechtsanwendung und Bedeutung im Vertragsrecht

Im Vertragsrecht ist die Anwendung des Grundsatzes „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ besonders relevant. Verträge beruhen auf dem Prinzip der Gleichheit und Gerechtigkeit zwischen den Parteien. Wenn eine Partei versucht, durch Täuschung oder arglistiges Verhalten einen Vorteil zu erlangen, der ihr nicht zusteht, verletzt dies das fundamentale Prinzip der Treu und Glauben im Rechtsverkehr.

Ein typisches Beispiel wäre, wenn eine Person Geld von einer anderen fordert, obwohl sie weiß, dass sie keinen rechtlichen Anspruch darauf hat und das Geld sofort zurückgeben müsste. In solchen Fällen wird die Forderung als unzulässig betrachtet, da sie auf arglistigem Verhalten beruht. Dieses Prinzip verhindert somit, dass jemand durch unredliches Verhalten einen ungerechtfertigten Vorteil erlangt.

Die Bedeutung dieses Grundsatzes im Vertragsrecht liegt also in seiner Funktion als Schutzmechanismus. Er sorgt dafür, dass Verträge fair und redlich erfüllt werden und dass niemand durch Täuschung oder arglistiges Verhalten einen Vorteil auf Kosten eines anderen erlangt. So trägt er zur Stabilität und Verlässlichkeit im Rechtsverkehr bei.

Beispiele und Fallkonstellationen

Zur Veranschaulichung der Anwendung des Grundsatzes „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ können verschiedene Fallkonstellationen betrachtet werden. Angenommen, eine Person verkauft ein Auto, von dem sie weiß, dass es erhebliche Mängel hat, diese aber dem Käufer verschweigt. Der Käufer könnte das Auto zurückgeben und den Kaufpreis zurückfordern, da der Verkäufer arglistig gehandelt hat.

Ein weiteres Beispiel könnte ein Vermieter sein, der Mietzahlungen fordert, obwohl er weiß, dass die Wohnung aufgrund schwerwiegender Mängel unbewohnbar ist. Hier würde die Forderung als unzulässig betrachtet werden, da der Vermieter wissentlich eine Leistung fordert, die er aufgrund der Mängel nicht erbringen kann.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass der Grundsatz als Korrektiv im Rechtsverkehr dient, um unlauteres Verhalten zu sanktionieren. Er schützt die Interessen derer, die durch arglistiges Verhalten benachteiligt werden könnten, und stellt sicher, dass im Rechtsverkehr Fairness und Redlichkeit herrschen.

Abgrenzung zu ähnlichen Rechtsprinzipien

Der Grundsatz „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ lässt sich von anderen Rechtsprinzipien abgrenzen, die ebenfalls auf der Idee der Vermeidung von Arglist und Täuschung basieren. Ein verwandtes Prinzip ist der Grundsatz von Treu und Glauben, der jedoch breiter gefasst ist und die gesamte Bandbreite des Verhaltens im Rechtsverkehr umfasst.

Ein weiterer verwandter Aspekt ist der Begriff der ungerechtfertigten Bereicherung. Während dieser sich darauf konzentriert, Vorteile auszugleichen, die ohne rechtlichen Grund erlangt wurden, befasst sich der Grundsatz „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ spezifisch mit der Frage, ob die Forderung selbst aufgrund arglistigen Verhaltens unzulässig ist.

Die klare Abgrenzung dieser Prinzipien ist wichtig, um sicherzustellen, dass sie korrekt angewendet werden. Während alle diese Grundsätze darauf abzielen, Gerechtigkeit im Rechtsverkehr zu gewährleisten, haben sie unterschiedliche Schwerpunkte und Anwendungsbereiche, die in der rechtlichen Praxis sorgfältig berücksichtigt werden müssen.

Praktische Auswirkungen und Relevanz im heutigen Rechtssystem

Im heutigen Rechtssystem hat der Grundsatz „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ an Relevanz gewonnen, da er als Instrument dient, um unlauteres Verhalten zu identifizieren und zu sanktionieren. Er ist ein wichtiger Bestandteil der rechtlichen Mechanismen, die darauf abzielen, fairen und rechtmäßigen Handel zu gewährleisten.

In der Praxis bedeutet dies, dass Vertragsparteien bei der Geltendmachung von Ansprüchen sorgfältig prüfen müssen, ob ihre Forderungen auf redlichem Verhalten beruhen. Sollte sich herausstellen, dass eine Forderung auf Täuschung oder Arglist beruht, könnte dies zur Unzulässigkeit der Forderung führen und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Grundsatz ist daher ein wesentlicher Bestandteil der rechtlichen Kontrolle im Vertragsrecht. Er hilft dabei, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Parteien zu wahren und stellt sicher, dass niemand durch unredliches Verhalten ungerechtfertigte Vorteile erlangt. So trägt er entscheidend zur Aufrechterhaltung einer fairen und gerechten Rechtsordnung bei.

Was bedeutet „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ im rechtlichen Kontext?

Der Ausdruck bedeutet, dass eine Person arglistig handelt, wenn sie etwas fordert, das sie sofort zurückgeben müsste. Es handelt sich um ein rechtliches Prinzip, das unlauteres Verhalten sanktioniert und sicherstellt, dass Forderungen auf redlichem Verhalten beruhen.

In welchen Rechtsbereichen wird dieser Grundsatz angewendet?

Der Grundsatz wird vor allem im Vertragsrecht angewendet, um sicherzustellen, dass Forderungen zwischen Vertragspartnern auf fairer und redlicher Grundlage beruhen. Er kann jedoch auch in anderen Bereichen relevant sein, in denen es um die Ausgleichung ungerechtfertigter Vorteile geht.

Wie unterscheidet sich dieser Grundsatz von der ungerechtfertigten Bereicherung?

Während der Grundsatz „dolo facit (agit), qui petit, quod statim redditurus est“ sich speziell mit unzulässigen Forderungen aufgrund arglistigen Verhaltens befasst, konzentriert sich die ungerechtfertigte Bereicherung auf den Ausgleich von Vorteilen, die ohne rechtlichen Grund erlangt wurden. Beide Prinzipien zielen darauf ab, Gerechtigkeit im Rechtsverkehr zu gewährleisten, haben jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Könnte ein Beispiel für die Anwendung des Grundsatzes gegeben werden?

Ein Beispiel wäre ein Verkäufer, der ein Produkt verkauft, das er als einwandfrei deklariert, obwohl er weiß, dass es defekt ist. Wenn der Käufer das Produkt zurückgeben möchte, weil es nicht den vereinbarten Eigenschaften entspricht, würde die Forderung des Verkäufers, den Kaufpreis zu behalten, als unzulässig betrachtet werden, da sie auf arglistigem Verhalten beruht.

Warum ist dieser Grundsatz im heutigen Rechtssystem relevant?

Der Grundsatz ist relevant, da er als Instrument dient, unlauteres Verhalten zu identifizieren und sicherzustellen, dass Forderungen auf fairer und redlicher Grundlage erhoben werden. Er trägt dazu bei, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Vertragsparteien zu wahren und die Integrität des Rechtsverkehrs zu schützen.

Wie kann der Grundsatz im täglichen Leben von Bedeutung sein?

Im täglichen Leben kann der Grundsatz von Bedeutung sein, wenn es um alltägliche Verträge und Vereinbarungen geht. Er stellt sicher, dass Forderungen und Ansprüche zwischen Privatpersonen auf redlichem Verhalten beruhen und schützt so vor unlauteren Praktiken.

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