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Beschleunigtes Verfahren

Beschleunigtes Verfahren – Begriff und Bedeutung

Das beschleunigte Verfahren ist eine besondere Form des Strafverfahrens, die darauf abzielt, bestimmte Strafsachen schneller als im regulären Ablauf zu bearbeiten. Es handelt sich um ein vereinfachtes und verkürztes Gerichtsverfahren, das vor allem bei einfach gelagerten Fällen mit klarer Beweislage zur Anwendung kommt. Ziel ist es, die Justiz zu entlasten und eine zügige Ahndung von Straftaten sicherzustellen.

Anwendungsbereich des beschleunigten Verfahrens

Das beschleunigte Verfahren wird in der Regel bei geringfügigen Straftaten eingesetzt. Typische Beispiele sind Diebstahl geringwertiger Sachen oder einfache Körperverletzungen. Voraussetzung für die Durchführung ist meist, dass der Sachverhalt überschaubar ist und keine umfangreiche Beweisaufnahme erforderlich erscheint.

Voraussetzungen für das beschleunigte Verfahren

Damit ein Fall im beschleunigten Verfahren behandelt werden kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein: Der Sachverhalt muss einfach gelagert sein und die Beweislage darf keine größeren Schwierigkeiten aufweisen. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass das Urteil ohne längere Vorbereitung gefällt werden kann.

Ausschlussgründe für das beschleunigte Verfahren

Komplexe Fälle mit umfangreicher Beweisaufnahme oder schwerwiegenden Tatvorwürfen sind vom beschleunigten Verfahren ausgeschlossen. Auch wenn besondere Schutzinteressen von Beteiligten bestehen oder rechtliche Schwierigkeiten absehbar sind, findet dieses Vorgehen keine Anwendung.

Ablauf des beschleunigten Verfahrens

Im Unterschied zum regulären Strafverfahren erfolgt beim beschleunigten Verfahren eine schnellere Terminierung der Hauptverhandlung. Die Staatsanwaltschaft beantragt in geeigneten Fällen ausdrücklich diese Verfahrensart beim zuständigen Gericht.
Nach Zulassung durch das Gericht wird zeitnah ein Hauptverhandlungstermin anberaumt – oft schon innerhalb weniger Tage nach Abschluss der Ermittlungen.
Die Hauptverhandlung selbst verläuft vereinfacht: Es gibt weniger formale Anforderungen; beispielsweise können Zeugen direkt geladen werden und es besteht kein Zwang zur Ladung aller Beteiligten wie im normalen Prozessablauf üblich.
Am Ende steht wie auch sonst ein Urteil über Schuldfrage sowie gegebenenfalls über Strafe oder andere Maßnahmen.

Rechte der betroffenen Person im Beschleunigten Verfahren

Auch im Rahmen eines solchen Schnellverfahrens bleiben grundlegende Rechte gewahrt: Die betroffene Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör sowie auf Verteidigungsmöglichkeiten während des gesamten Ablaufs. Sie kann Anträge stellen und sich gegen Vorwürfe verteidigen.

Mögliche Rechtsfolgen eines Urteils

Ein Urteil aus dem beschleunigten Verfahren hat dieselbe Wirkung wie jedes andere strafrechtliche Urteil – es können Geldstrafen oder Freiheitsstrafen verhängt werden; auch Nebenfolgen wie Fahrverbote sind möglich.

Bedeutung für Justiz und Gesellschaft

Durch den Einsatz des beschleunigten Verfahrens soll insbesondere bei Bagatelldelikten eine rasche Reaktion erfolgen – dies dient sowohl dem Opferschutz als auch einer effektiven Kriminalitätsbekämpfung durch schnelle Sanktionierung.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Beschleunigtes Verfahren

Was versteht man unter einem Beschleunigten Verfahren?

Ein Beschleunigtes Verfahren ist ein vereinfachter Ablauf innerhalb eines Strafprozesses mit dem Ziel einer schnellen Entscheidung in einfachen Fällen ohne komplexe Sachlage oder schwierige Beweisführung.

Können alle Straftaten im Beschleunigten Verfahren behandelt werden?

Nicht jede Straftat eignet sich dafür; nur solche mit einfacher Sachlage kommen infrage. Schwerwiegende Delikte oder komplizierte Fälle sind ausgeschlossen.

Muss die betroffene Person anwesend sein?

Soweit möglich sollte sie persönlich erscheinen; Ausnahmen bestehen nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Kann gegen Entscheidungen aus dem Beschleu­nig­ten Ver­fahren vorgegangen werden?

Auch hier besteht grundsätzlich die Möglichkeit zur Einlegung von Rechtsmitteln gegen Urteile aus diesem besonderen Ablauf.

Welche Strafen drohen in einem solchen Schnellverfahren?
< p >Es können Geld- sowie Freiheitsstrafen verhängt werden; Art und Höhe richten sich nach den Umständen des Einzelfalls.< / p >

< h 3 >Wie unterscheidet sich dieses Vorgehen vom normalen Strafprozess?< / h 3 >
< p >Der wesentliche Unterschied liegt in der schnelleren Bearbeitung sowie reduzierten Formalitäten gegenüber dem regulären Prozess.< / p >

< h 3 >Wer entscheidet über den Einsatz dieser besonderen Form?< / h ³ >
< p >Die Entscheidung trifft zunächst die Staatsanwaltschaft durch Antragstellung; letztlich obliegt es jedoch dem Gericht zu prüfen ob Voraussetzungen erfüllt sind.< / p >