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Baurecht

Was ist Baurecht?

Das Baurecht bezeichnet die Gesamtheit der rechtlichen Regelungen, die das Bauen von Gebäuden und baulichen Anlagen betreffen. Es umfasst sowohl öffentlich-rechtliche als auch privatrechtliche Vorschriften, die regeln, wie Bauvorhaben geplant, genehmigt und durchgeführt werden dürfen. Ziel des Baurechts ist es, geordnete städtebauliche Entwicklungen zu ermöglichen und dabei Interessen von Bauherren, Nachbarn sowie der Allgemeinheit zu berücksichtigen.

Öffentliches Baurecht

Das öffentliche Baurecht regelt das Verhältnis zwischen dem Staat und den Bürgern im Zusammenhang mit Bauvorhaben. Es legt fest, unter welchen Voraussetzungen gebaut werden darf und welche Genehmigungen erforderlich sind. Das öffentliche Baurecht gliedert sich in zwei Hauptbereiche: das Bauplanungsrecht und das Bauordnungsrecht.

Bauplanungsrecht

Das Bauplanungsrecht bestimmt, wo gebaut werden darf. Es legt fest, wie Flächen genutzt werden können – beispielsweise für Wohngebäude oder Gewerbebauten – und dient der geordneten Entwicklung von Städten und Gemeinden. Grundlage hierfür sind Bebauungspläne oder Flächennutzungspläne der Kommunen.

Bauordnungsrecht

Das Bauordnungsrecht befasst sich mit den Anforderungen an einzelne Gebäude oder bauliche Anlagen selbst. Hierzu zählen Vorschriften zur Sicherheit (z.B. Brandschutz), zur Gestaltung (z.B. Abstandsflächen) sowie zum Umweltschutz (z.B. Energieeinsparung). Die Einhaltung dieser Vorgaben wird durch Baugenehmigungsverfahren überwacht.

Privates Baurecht

Im privaten Baurecht stehen die rechtlichen Beziehungen zwischen den am Bau beteiligten Parteien im Vordergrund – insbesondere zwischen Auftraggebern (Bauherren) und Auftragnehmern (Baufirmen). Hierzu gehören Verträge über Planung, Ausführung oder Überwachung eines Baus sowie Fragen rund um Mängelhaftung oder Zahlungsansprüche.

Bauvertragliche Regelungen

Ein zentrales Element des privaten Baurechts ist der Vertrag über ein konkretes Bauvorhaben zwischen dem Auftraggeber und dem ausführenden Unternehmen oder Handwerkerbetrieb. In diesem Vertrag werden Leistungen definiert sowie Fristen für Fertigstellung vereinbart; zudem finden sich Regelungen zu Vergütungshöhe sowie zur Haftung bei Baumängeln.

Mängelrechte beim Bauen

Kommt es während oder nach Abschluss eines Baus zu Fehlern an Werkleistungen – sogenannten Baumängeln -, sieht das private Baurecht verschiedene Ansprüche vor: etwa auf Nachbesserung durch den Unternehmer oder auf Schadensersatz bei erheblichen Beeinträchtigungen.

Schnittstellen zum Nachbar- & Umweltrecht

Baumaßnahmen berühren häufig auch Rechte Dritter wie Anwohnerinnen bzw. Anwohner oder Belange des Umweltschutzes. So kann etwa ein geplantes Gebäude Auswirkungen auf Lichtverhältnisse benachbarter Grundstücke haben oder bestimmte Schutzvorschriften für Natur- bzw. Landschaftsräume betreffen. 
Hier greifen ergänzende Vorschriften aus dem Nachbar- beziehungsweise Umweltbereich.

Ablauf eines typischen Genehmigungsverfahrens

Vor Beginn größerer Bautätigkeiten muss in vielen Fällen eine behördliche Erlaubnis eingeholt werden. 
Im Rahmen dieses Verfahrens prüft die zuständige Behörde, ob alle öffentlich-rechtlichen Vorgaben eingehalten sind, sowie ob Belange Dritter ausreichend berücksichtigt wurden.
Erst nach positiver Entscheidung darf mit dem eigentlichen Vorhaben begonnen werden.

Bedeutung des Grundbuchs im Zusammenhang mit dem Bauen

Für viele Projekte spielt auch das Grundbuch eine Rolle: 
Es dokumentiert Eigentumsverhältnisse an Grundstücken, sichert Rechte Dritter ab (wie Wegerechte) und enthält Hinweise auf mögliche Beschränkungen bezüglich einer Bebauung.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Baurecht“

Was versteht man unter einer Baugenehmigung?

Eine Baugenehmigung ist eine behördliche Erlaubnis zur Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung einer baulichen Anlage. Sie bestätigt offiziell die Vereinbarkeit des geplanten Vorhabens mit geltenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften.

Darf ich ohne Genehmigung bauen?

In vielen Fällen besteht eine Pflicht zur Einholung einer Genehmigung vor Beginn eines Neubaus oder größerer Umbauten an bestehenden Gebäuden. Für kleinere Maßnahmen gibt es teilweise Ausnahmen in Form sogenannter genehmigungsfreier Vorhaben.

Können Nachbarn gegen ein geplantes Gebäude Einspruch erheben?

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Unter bestimmten Voraussetzungen können betroffene Anlieger ihre Interessen gegenüber Behörden geltend machen – beispielsweise wenn sie durch ein neues Gebäude beeinträchtigt würden.
Die Möglichkeiten richten sich nach Art des Eingriffs sowie bestehenden Schutzvorschriften zugunsten angrenzender Grundstücke .

< h3 > Welche Rolle spielt das Grundbuch beim Hausbau?
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Das Grundbuch dokumentiert Eigentumsverhältnisse am jeweiligen Grundstück . Darüber hinaus enthält es Informationen über bestehende Belastungen , Dienstbarkeiten , Vorkaufsrechte o . ä ., welche Einfluss auf Nutzungsmöglichkeiten haben können .

< h3 > Was passiert bei Baumängeln ?
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Werden während der Errichtung Mängel festgestellt , bestehen Ansprüche gegen ausführende Unternehmen . Diese reichen von Nacherfüllung bis hin zu Schadensersatzforderungen je nach Schweregrad .

< h4 > Wie lange gelten Gewährleistungsansprüche beim Hausbau ?
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Für neu errichtete Häuser gilt üblicherweise eine mehrjährige Frist , innerhalb welcher Ansprüche wegen Mängeln geltend gemacht werden können . Die genaue Dauer hängt vom jeweiligen Vertragsinhalt ab .
 
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    < H4 > Welche Bedeutung hat ein Bebauungsplan ?         
    < / H4 >< P >
        Ein Bebauungsplan legt verbindlich fest , wie einzelne Flächen innerhalb einer Gemeinde genutzt bebaut bzw gestaltet werden dürfen . Er bildet damit einen wichtigen Rahmen für jedes konkrete Projekt .
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