# Erkrankung des Arbeitnehmers

Quelle: https://www.mtrlegal.com/wiki/erkrankung-des-arbeitnehmers/ · Sprache: de · Stand: 2026-05-06

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## Definition und Bedeutung der Erkrankung des Arbeitnehmers

Die Erkrankung eines Arbeitnehmers ist ein Zustand, in dem die körperliche oder geistige Gesundheit des Arbeitnehmers beeinträchtigt ist, so dass er seine beruflichen Pflichten nicht erfüllen kann. Dieser Zustand kann durch verschiedene Faktoren wie Krankheit, Verletzung oder psychische Belastungen verursacht werden. Eine Erkrankung kann sowohl kurzfristig als auch langfristig sein, wobei die Dauer der [Arbeitsunfähigkeit](https://www.mtrlegal.com/wiki/arbeitsunfaehigkeit/) von der Schwere und Art der Erkrankung abhängt.

In der Arbeitswelt hat die Erkrankung eines Arbeitnehmers sowohl für den [Arbeitnehmer](https://www.mtrlegal.com/wiki/arbeitnehmer/) als auch für den Arbeitgeber erhebliche Auswirkungen. Für den Arbeitnehmer bedeutet dies neben gesundheitlichen Einschränkungen auch finanzielle und berufliche Konsequenzen. Der Arbeitgeber muss indes organisatorische Herausforderungen bewältigen, um den Arbeitsausfall zu kompensieren.

Ein typisches Beispiel für eine Erkrankung des Arbeitnehmers ist eine Grippe, die zu einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit führen kann. Bei schwereren Erkrankungen, wie einer schweren Depression oder einem Bandscheibenvorfall, kann die Abwesenheit des Arbeitnehmers deutlich länger dauern. In solchen Fällen ist es wichtig, dass sowohl [Arbeitnehmer](https://www.mtrlegal.com/cities/bielefeld/arbeitsrecht/) als auch Arbeitgeber über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert sind, die bei einer Erkrankung greifen.

## Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers bei Erkrankung

Ein erkrankter Arbeitnehmer hat das Recht auf eine angemessene Versorgung und Genesung, ohne dass er um seinen Arbeitsplatz fürchten muss. Dazu zählt auch das Recht auf Lohnfortzahlung während der ersten sechs Wochen der Erkrankung, sofern der Arbeitnehmer ordnungsgemäß seiner Anzeigepflicht nachkommt. Der Arbeitnehmer muss den Arbeitgeber unverzüglich über seine Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer informieren, um seine Pflichten zu erfüllen.

Der Arbeitnehmer ist ebenfalls verpflichtet, bei einer länger andauernden Erkrankung eine ärztliche Bescheinigung, oft als Krankenschein bekannt, vorzulegen. Diese Bescheinigung muss innerhalb einer bestimmten Frist, oft bis zum vierten Tag der Erkrankung, beim Arbeitgeber eingereicht werden. In manchen Fällen kann der Arbeitgeber auch eine frühere Vorlage verlangen.

Ein Beispiel für die Verletzung dieser Pflichten wäre, wenn ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber nicht rechtzeitig über seine Erkrankung informiert. Dies kann zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen, einschließlich einer [Abmahnung](https://www.mtrlegal.com/offices/frankfurt/wettbewerbsrecht/abmahnung-wettbewerbsrecht/) oder, im Extremfall, einer Kündigung. Daher ist es entscheidend, dass Arbeitnehmer ihre Pflichten im Krankheitsfall genau kennen und einhalten.

## Rechte und Pflichten des Arbeitgebers bei Erkrankung des Arbeitnehmers

Arbeitgeber sind verpflichtet, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für einen bestimmten Zeitraum sicherzustellen. Diese Verpflichtung gilt jedoch nur, wenn der Arbeitnehmer seine Erkrankung ordnungsgemäß gemeldet und nachgewiesen hat. Darüber hinaus hat der Arbeitgeber das Recht, die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers durch einen Vertrauensarzt überprüfen zu lassen, wenn Zweifel an der Erkrankung bestehen.

Der Arbeitgeber muss zudem sicherstellen, dass der Arbeitsplatz des erkrankten Arbeitnehmers während seiner Abwesenheit erhalten bleibt. Dies bedeutet, dass er den Arbeitnehmer nach dessen Genesung wieder in seine alte Position integrieren muss. Der Arbeitgeber darf den erkrankten Arbeitnehmer nicht ohne triftige Gründe benachteiligen oder diskriminieren.

Ein Beispiel für die Rechte des Arbeitgebers wäre die Anforderung einer ärztlichen Untersuchung durch einen Betriebsarzt, wenn Zweifel an der Krankheit bestehen. Sollte der Arbeitgeber jedoch diese Rechte missbrauchen und den Arbeitnehmer unverhältnismäßig belasten, könnten rechtliche Konsequenzen drohen.

## Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei Erkrankung

Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses aufgrund von Erkrankung ist ein komplexes Thema. Grundsätzlich darf eine Erkrankung nicht der alleinige Grund für eine Kündigung sein. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine krankheitsbedingte Kündigung rechtlich möglich ist, beispielsweise bei einer negativen Gesundheitsprognose oder erheblichen betrieblichen Beeinträchtigungen.

Eine krankheitsbedingte Kündigung setzt voraus, dass die Erkrankung zu einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit führt und keine Aussicht auf Besserung besteht. Zudem müssen die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers erheblich beeinträchtigt sein, etwa durch häufige oder lange Fehlzeiten, die den Betriebsablauf stören.

Ein Beispiel hierfür könnte ein Arbeitnehmer sein, der aufgrund einer chronischen Erkrankung über mehrere Jahre hinweg regelmäßig ausfällt, wodurch der Arbeitgeber gezwungen ist, dauerhaft Ersatz zu suchen. In solch einem Fall muss jedoch stets eine sorgfältige Interessenabwägung erfolgen, um die Rechtmäßigkeit der Kündigung zu gewährleisten.

## Wiedereingliederung nach Erkrankung

Nach einer längeren Erkrankung kann eine stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sinnvoll sein. Diese Maßnahme dient dazu, den Arbeitnehmer schrittweise an seine alte Arbeitsbelastung heranzuführen und den Übergang zurück in den Arbeitsalltag zu erleichtern. Der Arbeitnehmer nimmt hierbei in der Regel zunächst mit reduzierter Arbeitszeit und angepassten Aufgaben seinen Dienst wieder auf.

Die Wiedereingliederung basiert auf einem individuellen Plan, der in Absprache zwischen dem Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber und gegebenenfalls medizinischen Fachkräften erstellt wird. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit des Mitarbeiters zu fördern und ihm eine nachhaltige Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Dabei ist es wichtig, dass die Wiedereingliederung freiwillig erfolgt und der Arbeitnehmer seine Zustimmung gibt.

Ein typischer Fall für eine Wiedereingliederung wäre ein Arbeitnehmer, der nach einer schweren Depression zunächst nur wenige Stunden pro Woche arbeitet und schrittweise seine Arbeitszeit erhöht. Solche Programme, oft als "Hamburger Modell" bekannt, helfen, den Wiedereinstieg für beide Seiten, den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber, optimal zu gestalten.

## Häufig gestellte Fragen zur Erkrankung des Arbeitnehmers

### Was muss ein Arbeitnehmer tun, wenn er erkrankt?

Ein Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber unverzüglich über seine Arbeitsunfähigkeit informieren und eine ärztliche Bescheinigung einreichen, die die Krankheit und deren voraussichtliche Dauer bestätigt.

### Wie lange wird der Lohn im Krankheitsfall fortgezahlt?

Im Krankheitsfall wird der Lohn in der Regel für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen fortgezahlt, sofern der Arbeitnehmer seine Erkrankung ordnungsgemäß gemeldet hat.

### Darf der Arbeitgeber eine krankheitsbedingte Kündigung aussprechen?

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, etwa bei einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und erheblichen betrieblichen Beeinträchtigungen.

### Was ist eine Wiedereingliederung nach Krankheit?

Eine Wiedereingliederung ist ein stufenweiser Prozess, bei dem ein erkrankter Arbeitnehmer schrittweise wieder in den Arbeitsalltag integriert wird, um seine Arbeitsfähigkeit zu fördern.

### Kann der Arbeitgeber einen Arztbesuch während der Arbeitszeit verweigern?

In der Regel kann der Arbeitgeber einen Arztbesuch während der Arbeitszeit nicht verweigern, insbesondere wenn es sich um einen dringenden Termin handelt, der nicht außerhalb der Arbeitszeit wahrgenommen werden kann.

### Wann muss ein Krankenschein eingereicht werden?

Ein Krankenschein muss in der Regel spätestens am vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber eingereicht werden, es sei denn, der Arbeitgeber verlangt eine frühere Vorlage.

### Kann der Arbeitgeber die Krankheit anzweifeln?

Der Arbeitgeber kann bei berechtigtem Zweifel an der Krankheit des Arbeitnehmers eine Prüfung durch einen Vertrauensarzt verlangen.

### Gibt es Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer bei wiederholten Erkrankungen?

Ja, Arbeitnehmer sind vor willkürlichen Kündigungen geschützt, und es muss eine sorgfältige Interessenabwägung erfolgen, insbesondere bei wiederholten oder langfristigen Erkrankungen.
