AMLA – Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche

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Internationale Behörde mit Sitz in Frankfurt hat ihre Tätigkeit am 1. Juli 2025 aufgenommen

AMLA, die europäische Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, hat am 1. Juli 2025 ihre Tätigkeit aufgenommen. AMLA steht für Anti-Money Laundering Authority. Die Behörde mit Sitz in Frankfurt am Main ist das Herzstück des im Jahr 2024 verabschiedeten EU-Geldwäschepakets und soll die bisherigen Defizite in der europäischen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung beheben. Die neue EU-Verordnung bildet die rechtliche Grundlage für AMLA und ist in allen Mitgliedsstaaten Europas verbindlich. Sie bringt weitreichende Auswirkungen auf den Finanzsektor und die regulatorische Landschaft in Europa mit sich.

Die Bekämpfung von Geldwäsche blieb bislang weitgehend den Mitgliedsstaaten der EU überlassen. Das soll sich nun ändern. AMLA ist sowohl Koordinierungsstelle als auch operative Aufsichtsinstanz mit dem Ziel, grenzüberschreitender Finanzkriminalität effektiv zu begegnen. Die neuen Bestimmungen und Maßnahmen der AMLA setzen europaweit einheitliche Standards zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch. Die Behörde wird grenzüberschreitend die direkte Aufsicht über rund 40 Unternehmen aus dem Finanzsektor übernehmen, die besonders anfällig für Geldwäsche sein können. Dazu zählen neben Banken auch Unternehmen aus dem Bereich von Kryptowährungen, so die Wirtschaftskanzlei MTR Legal Rechtsanwälte , die im Wirtschaftsstrafrecht und beim Vorwurf der Geldwäsche berät.

Mit der Gründung der AMLA werden die Auswirkungen auf die Bekämpfung von Kriminalität und kriminelle Aktivitäten in Europa deutlich gestärkt. Die Behörde soll dazu beitragen, organisierte Kriminalität und deren Geldströme effektiver zu unterbinden und die Einhaltung der europäischen Verordnung sicherzustellen.

Die AMLA ist damit ein zentrales Thema der europäischen Geldwäschebekämpfung und steht für einen neuen Ansatz im Kampf gegen Finanzkriminalität auf EU-Ebene.

Organisation und Struktur der AMLA

Die Anti-Money Laundering Authority (AMLA) ist als unabhängige Behörde mit Sitz in Frankfurt am Main das neue Zentrum der europäischen Geldwäschebekämpfung. Ihr Hauptziel ist die effektive Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in der gesamten EU. Die AMLA wurde geschaffen, um die Einhaltung der strengen EU-Vorgaben zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sicherzustellen und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu stärken.

Die Organisation der AMLA ist klar strukturiert, um den vielfältigen Anforderungen im Kampf gegen Finanzkriminalität gerecht zu werden. Die Behörde gliedert sich in mehrere spezialisierte Abteilungen, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Abteilung für Risikomanagement analysiert aktuelle Bedrohungen und entwickelt Strategien zur Minimierung von Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Abteilung für Prävention ist für die Entwicklung und Umsetzung von Standards und Maßnahmen zur Geldwäscheprävention verantwortlich. Sie erarbeitet Guidelines und unterstützt Unternehmen bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Die Abteilung für Strafverfolgung wiederum arbeitet eng mit nationalen und europäischen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Verfolgung von Geldwäschedelikten und die Durchsetzung von Sanktionen zu koordinieren.

Ein zentrales Element der AMLA-Arbeit ist die enge Kooperation mit anderen Behörden und Institutionen. Dazu zählen die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank sowie die nationalen Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedstaaten. Durch diese Zusammenarbeit wird ein europaweit einheitliches Vorgehen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gewährleistet. Darüber hinaus ist die AMLA in internationale Netzwerke wie die Financial Action Task Force (FATF) eingebunden, um globale Standards zu fördern und die Qualität der Geldwäschebekämpfung weiter zu erhöhen.

Die AMLA entwickelt nicht nur verbindliche Standards und Guidelines für verpflichtete Unternehmen, sondern überwacht auch deren Einhaltung. Bei Verstößen gegen die Vorgaben kann die Behörde empfindliche Sanktionen verhängen. Damit sorgt sie für ein hohes Maß an Transparenz und Verlässlichkeit im europäischen Finanzsystem und trägt dazu bei, die Einhaltung der Geldwäschegesetze in der gesamten EU zu sichern.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der AMLA ist die Sammlung und Auswertung von Daten zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Behörde erhält Informationen von verpflichteten Unternehmen und anderen Quellen, um Muster, Trends und neue Methoden der Geldwäsche frühzeitig zu erkennen. Diese Datenanalyse unterstützt nicht nur die Prävention, sondern erleichtert auch die gezielte Strafverfolgung und die Entwicklung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche.

Insgesamt ist die AMLA ein zentraler Baustein im europäischen Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Durch ihre strukturierte Organisation, die enge Zusammenarbeit mit anderen Behörden und die konsequente Überwachung der Einhaltung von Standards trägt die Behörde maßgeblich dazu bei, die Finanzsysteme der EU-Mitgliedstaaten zu schützen und die Qualität der Geldwäscheprävention nachhaltig zu verbessern.

Direkte Überwachung besonders risikoanfälliger Unternehmen

Nach einem festgelegten Verfahren sollen etwa 40 solcher risikoanfälligen Unternehmen in regelmäßigen Abständen identifiziert und direkt von AMLA überwacht werden. Die direkte Aufsicht ist mit weitreichenden Eingriffsbefugnissen der Behörde verbunden. Sie kann verbindliche Entscheidungen treffen, Inspektionen vor Ort durchführen und empfindliche Geldbußen verhängen, die bis zu 10 Prozent des jährlichen Umsatzes oder 10 Millionen Euro betragen können, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die Überwachung von Geschäftsbeziehungen ist dabei ein zentrales Instrument, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und Geldwäsche zu verhindern.

Daneben übernimmt AMLA eine Koordinierungs- und Harmonisierungspflicht gegenüber den nationalen Aufsichtsbehörden. Sie entwickelt gemeinsame Überwachungsstandards, veröffentlicht Leitlinien und technische Standards, organisiert thematische Überprüfungen und kann Mitgliedstaaten bei Defiziten zur Nachbesserung verpflichten. Im Rahmen der Überwachung werden insbesondere die Herkunft und die Einschleusung illegaler Gelder in den legalen Finanzkreislauf überprüft, um die Verschleierung der Herkunft des Geldes zu verhindern. Ein Beispiel: Kriminelle nutzen Scheinfirmen, um Gelder aus Drogenhandel oder anderen illegalen Geschäften in den Wirtschaftskreislauf einzuschleusen und so deren illegale Herkunft zu verschleiern. Auch der nicht-finanzielle Sektor, etwa Immobilienunternehmen, Rechtsanwälte oder Notare, rückt damit stärker in den Fokus einer europaweit abgestimmten Aufsicht. Die Einhaltung des Geldwäschegesetzes und die Pflichten nach dem Geldwäschegesetzes sind dabei für alle betroffenen Unternehmen verbindlich. Nationale Unterschiede im Detail werden dabei zugunsten einheitlicher Regelungen innerhalb der EU zurückgedrängt. Die Überwachung von Geschäften und die Nachverfolgung des Ursprungs des Geldes spielen im Rahmen der AMLA eine entscheidende Rolle, um die Einschleusung illegaler Gelder zu verhindern.

Enge Zusammenarbeit mit nationalen Meldestellen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit den Financial Intelligence Units (FIUs). Diese nationalen Meldestellen für verdächtige Transaktionen sollen durch AMLA stärker miteinander vernetzt und in ihrer Arbeit unterstützt werden. Der Informationsfluss zwischen den Mitgliedstaaten soll durch die Behörde erleichtert und beschleunigt werden, um internationale Geldwäsche effektiv zu bekämpfen aufzudecken. Banken sind gesetzlich verpflichtet, verdächtige Aktivitäten auf Konten zu überwachen und entsprechende Meldungen an die zuständigen Stellen zu machen, um illegale Geldströme und Finanzkriminalität aufzudecken. Dazu kooperiert AMLA mit anderen EU-Institutionen wie Europol, Eurojust oder der Europäischen Staatsanwaltschaft, um Strafverfolgung und präventive Aufsicht enger zu verzahnen.

Für Banken, Finanzdienstleister und Berater bringt AMLA tiefgreifende Veränderungen. Die Zeiten, in denen Institute im Zweifel auf divergierende nationale Umsetzungspraktiken hoffen konnten, sind vorbei. Stattdessen gilt ein europaweit einheitlicher Maßstab, durchgesetzt von einer Behörde mit klaren Durchgriffsrechten. Compliance-Systeme müssen entsprechend ausgebaut und harmonisiert werden, interne Prozesse zur Risikoanalyse, Kundenüberwachung und Verdachtsmeldung unterliegen künftig einer noch schärferen externen Kontrolle. Kriminelle Akteure nutzen verschiedene Konten, um die Herkunft illegaler Gelder zu verschleiern und diese in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen. Auch der Kryptosektor, der in den letzten Jahren wiederholt als Einfallstor für Geldwäsche identifiziert wurde, wird erstmals systematisch in die europäische Aufsicht integriert. Krypto-Dienstleister müssen sich auf intensive Prüfungen einstellen.

Obergrenze für Bargeldzahlungen

Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen europäischen Regelungen ist die Bargeldobergrenze. Ab 2027 dürfen Zahlungen mit Bargeld im gesamten EU-Binnenmarkt nur noch bis zu einer Höhe von 10.000 Euro erfolgen. Die Einhaltung dieser Bargeldobergrenze soll durch AMLA sichergestellt werden. Ein zentrales Problem besteht darin, dass die Einschleusung großer Bargeldsummen mit unbekannter Herkunft in den legalen Wirtschaftskreislauf die Aufdeckung illegaler Gelder erschwert. Die Nutzung von Bargeld ermöglicht es Kriminellen, die Herkunft ihrer Gelder zu verschleiern, illegale Vermögenswerte zu transferieren und diese vor staatlichem Zugriff zu schützen. So kann beispielsweise durch den Kauf von Luxusgütern mit Bargeld der wahre Ursprung des Geldes verborgen werden, was erheblichen Schaden für die Wirtschaft und die Integrität des Finanzsystems verursacht. Für die Praxis bedeutet dies insbesondere für Händler, Immobilienunternehmen und Notare eine verschärfte Pflicht, Bargeldannahmen streng zu dokumentieren und Obergrenzen einzuhalten.

Grenzüberschreitende Geldwäsche effektiv bekämpfen

Mit der Aufnahme ihrer Tätigkeit markiert AMLA den Beginn einer neuen Ära der europäischen Geldwäscheaufsicht. Sie kombiniert Harmonisierung mit Durchsetzungsstärke und verleiht der Bekämpfung von Finanzkriminalität ein neues Gewicht. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Staaten ist dabei entscheidend, da Geldwäsche ein Problem ist, das die ganze Welt betrifft und internationale Maßnahmen erfordert. Flickenteppiche durch unterschiedliche nationale Regelungen sollen der Vergangenheit angehören, um Finanzkriminalität effektiver bekämpfen zu können. Die Auswirkungen von Geldwäsche auf die Wirtschaft und den Finanzsektor sind erheblich, da illegale Finanzströme die Stabilität und Integrität der Wirtschaft gefährden. Die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und die eingesetzten Mittel, wie strengere Compliance-Vorgaben und staatliche Kontrollen, sollen die Bekämpfung von Geldwäsche wirksamer machen. Für Finanzinstitute, Krypto-Anbieter und beratende Berufe entstehen dadurch strengere Pflichten, höhere Haftungsrisiken und ein wachsender Beratungsbedarf. Die strafrechtliche Verfolgung der Täter, insbesondere der Geldwäscher, steht dabei im Fokus, um die Einschleusung kriminell erworbener Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf zu verhindern.

Die Behörde ist außerdem berechtigt hohe Bußgelder zu verhängen. Davon können nicht nur die Unternehmen, sondern auch Vorstände und Geschäftsführer betroffen sein, die persönlich im Risiko stehen können.

MTR Legal Rechtsanwälte berät beim Vorwurf der Geldwäsche und anderen Themen des Wirtschaftsstrafrechts.

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